Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

03.12.2002

Videokameras in Hörsälen?

Wozu? Damit RH seinen Beamer richtig bedient und der Student beim Kaffeetrinken nicht kleckert? Unvorstellbar? Nein. An der HU wurden jetzt Kameras noch aus Stasi-Zeiten entdeckt. Zur "Ton-Kontrolle" der Mikrofon-nutzenden Professoren. In Frankfurt/Oder sind die Kameras dagegen neueren Datums. Damit sich die Dozenten an den Lehrplan halten? Die Studis nicht einschlafen? In Berlin wurden die Kameras jetzt abgebaut. Und in Frankfurt/Oder?


Kommentare

06.12.2002, 13:38 Uhr

Re: Videokameras in Hörsälen?

Einmal gefertigte Video- oder Tonaufnahmen entziehen sich bezüglich ihrer eventuellen späteren Verwendung im Zweifelsfall der Kontrolle des Belauschten. Niemand von uns weiß, in welche Situationen er im Verlaufe seines Lebens geraten wird. Hat man etwa einen arabischen Freund oder einen als linksradikal eingestuften ehemaligen Schulkamerad, so gerät man schnell unverschuldet in das Raster von nachrichtenbeschaffenden Behörden. Solcherlei Aufnahmen werden recht schnell intelligent zusammengefügt, um Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Oder, stellt Euch vor, die Uni braucht mal wieder Geld und nimmt Kontakt mit einer Tochterfirma von Payback auf, welche diese Aufnahmen aufkauft, um auszuwerten, welche Zeitschriften während Veranstaltungen gelesen werden, welche Unterhaltungsgetränke konsumiert oder welche Gestzestexte auf den Bänken liegen. Oder stellt Euch vor: Ihr werdet AußenministerIn und die Aulnahmen belegen, daß ihr in der Regel während der Vorlesung geschlafen habt! Mich persönlich manipulieren Kameras. Das Bewußtsein, daß mein Handeln und meine Äußerungen aufgezeichnet werden, verändert diese. Ich plädiere für ein Zurückdrängen der Überwachungsgesellschaft. Sollte bei uns eine solche Entdeckung offenbar werden, ist mit meinem energischen Widerstand dagegen zu rechnen. Heinz

04.12.2002, 13:03 Uhr von Frank Sinatra

Re: anonymus

Diese These wurde bisher nur von Anonymus aufgebaut. Die andere These lautet: Wieviel an Rechten und Freiheit wollen wir abgeben um wirkliche oder vermeintliche Sicherheit zu erreichen? Die USA machen es vor: Einführung eines parallelen Rechtssystems ohne jeglichen Rechtsschutz bei Terrorismusverdacht. Begründung: Die Leute wollen Sicherheit. Die Sicherheit vor staatlichen Eingriffen bleibt dabei auf der Strecke. Was gemeint ist? Natürlich ist nicht jede Kamera gefährlich. Aber nicht immer stimmt die offizielle Begründung mit den tatsächlichen Folgen überein

04.12.2002, 10:06 Uhr

Re: Hausmeiser statt Kameras

Damit wäre die These aufgestellt, dass nicht bei jeder Videokamera-Installation ein Horroszenario die Folge sein wird. Also nicht alles gleich bekämpft werden muss.

03.12.2002, 21:05 Uhr

Hausmeiser statt Kameras

Manchmal wären wir bei uns im GER 37 froh, wenn sich jemand um die technischen Anlagen kümmern würde. Irgendwie lässt man uns an der TECHNISCHEN Universität mit der Technik ganz schön allein. Doch kann man sicherlich die Kameras auch durch einen jederzeit ansprechbaren Hausmeister ersetzen.

03.12.2002, 15:15 Uhr von Hefi

Mach mal!

Mach doch mal! Dann kommt vielleicht wirklich eine Diskussion zustande, die man nicht dadurch von vornherein ablehnen sollte, weil die Faktenlage nicht hinreichend sei.

03.12.2002, 14:20 Uhr

Re: Videokameras in Hörsälen?

Kann nicht einfach mal in Frankfurt/Oder nachgefragt werden, was der Zweck der Anschaffung ist? Dann müsste hier nicht so viel orakelt werden. Man hätte eine Diskussionsgrundlage, die nicht auf Unterstellungen fußt.