Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

29.04.2003

Jugendkriminalität - Protokoll der Angst

Wer Spiegel liest, kann sich die ganze Kriminologievorlesung sparen :-). "Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, die sich wegen ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Situation benachteiligt fühlen, nehmen ihren vermeintlich reicheren und privilegierteren Altersgenossen teure Markenklamotten, Handys, Unterhaltungselektronik und Bargeld ab. " Da haben wir als die Kriminalitätstheorie in einem Satz.


Kommentare

11.05.2003, 11:46 Uhr von Mike

Kriminalitätstheorie?

Die ironische Kritik am Spiegel-Artikel scheint mir nicht so recht nachvollziehbar. Um eine Erklärung der Ursachen von Kriminalität im Allgemeinen oder des sog. "Abziehens" im Besonderen geht es in diesem weniger. Vielmehr wird der Prozeß der Opferwerdung und der nachhaltige Einschnitt in den Lebensalltag des jugendlichen Opfers beschrieben. Die Darstellung der Viktimisierung gelingt dem Autor m.E. - und um nichts anderes ging es ihm wohl. Interessant ist insbes. die Problematisierung des Dunkelfeldes (Anzeigeverhalten). Der Beitrag ist vor allem dem studentischen Leser zu empfehlen. Richtet er doch den Blick auf das Kriminalitätsopfer und sensibilisiert für dessen Gefühlslage. Ein solcher Blick dürfte im Jurastudium nicht allzu oft erfolgen.