Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

21.08.2003

Schillout

Mit den Elbstädtern 400 km nördlich feiern wir seit Tagen den Schillout. Auch wenn es dem Ex-Innensenator gefallen wird, wollen wir noch einmal kurz Revue passieren lassen, was sich Hamburg zwei Jahre lang leistete. Einen Innensenator, der sich mit seinen Urteilen am Amtsgericht einen Namen als "Richter Gnadenlos" gemacht hatte, der drei Tage Ordnungshaft verhängte, wenn man bei seinen Urteilsverkündungen nicht aufstand, die auch schon mal auf 2 1/2 Jahre bei Sachbeschädigungen von Fahrzeugen lauteten. Gnadenlos agierte er auch im Amt, kriminelle Ausländer und Sozialschmarotzer hatten es schwer. Nach dem Geiseldrama in einem Moskauer Musicaltheater, bei dem durch das eingesetzte Narkosegas 129 Geiseln starben, holte er ein Mal tief Luft und forderte vorsorglich dieses Gas auch für Deutschland. Seine populistischen Parolen einer drastischen Reduzierung der Kriminalität versuchte er durch Verdrängung der Kriminalität oder unredliche Auslegung der Statistiken "einzulösen", die Drogenszene war ihm ein besonderes Dorn im Auge, wofür das eine oder andere Opfer in Kauf genommen wurde. So starb ein mutmaßlicher Drogendealer nach dem Einsatz von Brechmitteln. Die Hochwasser-Debatte des Bundestages missbrauchte er, um gegen Ausländer und deren Zuwanderung zu Lasten der Sozialkassen zu polemisieren. Sein Mikrofon musste abgestellt werden. Einige Schlaglichter einer Horrorliste, die bald ebenso in Vergessenheit geraten werden wie Ronald Barnabas Schill.


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