Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

22.12.2003

Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Die - Zitat - Gutmenschen Claudia Roth und Außenminister Fischer geraten unter die Räder von Henryk M. Broders Entgleisung, und all diejenigen, die sich gegen die Todesstrafe aussprechen, gleich mit. Was reitet den SPIEGEL, dass nun übelste Polemik, deren Niveau nur als unterirdisch oder peinlich bezeichnet werden kann, zum Abdruck freigegeben wird? Man ist sprachlos, wenn man den Artikel liest. Hier wird auf eine bodenlose Art und Weise der Leser durch schiefe Bilder und bewusst einseitige Argumentation funktionalisiert, auf dass dieser sich sein Urteil bilden möge: Warum denn nicht in diesem Falle die Todesstrafe? Henryk M. Broder ist sich zu fein für diesen Schluss. Schade. Das wäre doch einmal eine klare Aussage, nun muss man sich durch unendlich viele Zeilen quälen, in denen Claudia Roth gleich mehrfach eine ausgewischt bekommt, aber auch der Bundeskanzler, die Sprecherin von amnesty international und nahezu jeder, der nicht Henryk M. Broders absurdes Verständnis von Strafe trifft. Wenn ich Broder richtig verstehe, darf man nur dann gegen die Todesstrafe sein, wenn man sich selbst einmal dem Tod ausgesetzt hat. Um die Emotionen hochkochen zu lassen, wird zur Sicherheit noch Egon Krenz angeführt und dem Leser vorgegaukelt, dass es in der Logik der Justiz keiner Strafe bedürfe, sofern das Risiko einer Wiederholung nicht (mehr) bestehe. Dass die Strafe erstens noch ganz andere Strafzwecke zu bedienen hat – so denjenigen der positiven Generalprävention – und das Gesetz zwingend einen bestimmten Strafrahmen vorsieht, innerhalb dessen die Strafe zu liegen hat, lernt man im ersten Semester an der Uni. Henryk M. Broder hat hier offensichtlich gefehlt.
Ansonsten soll der Beitrag wohl witzig sein, wenn Broder auf Fehlentwicklungen der Gesellschaft hinweist und empfiehlt, Saddam solle in der Zelle Aufnahmen von Claudia Roth beim Parteitag der Grünen vorgespielt werden. Statt solcher nicht witziger, sondern peinlicher Bemerkungen sollte Henryk M. Broder einen Crashkurs im Strafrecht belegen und sich fragen, ob er nicht billigste populistische Vorurteile in dem Sinne bedient, dass die Schonung des Täters noch immer Vorrang vor den Opfern habe. Nein, es ist nicht so, gleichwohl gelten die rechtsstaatlichen Prinzipien eben auch für den Täter. Wenn einer hier das Wort „Moral“ nicht in den Mund nehmen sollte, dann ist es Henryk M. Broder. Ein schlimmes Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL, bei dem einem, zumindest mir, schlecht wird.


Kommentare

11.07.2004, 17:11 Uhr von Alexander

Was für eine grausame Diskussion

Ja, gegenseitig Seminare empfehlen, dies ist der Daseinszweck eines aufrechten Deutschen. Plaudern, sezieren, selektiern auch noch. Wer da nicht mit macht, wer nicht gerne Systemanalytiker sein will, der ist mit Sicherheit ein Idiot, ja, wer nicht mindestens 27 Jahre Jura und Soziologieseminar hinter sich hat, der ist kein Mensch. Und was lernen wir daraus?: Halt die Klappe, Du Nicht-Jurist! Alles klar.

28.01.2004, 22:26 Uhr

Ruhe im Karton

Übrigens: Danach war Ruhe. Ich habe gewonnen! Es war zu einfach!

23.01.2004, 13:25 Uhr von NWA

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Also sprach Henryk M. Broder: „Nun gilt in Deutschland ja nicht das Prinzip der Rache, sondern der Resozialisierung, weswegen sogar Egon Krenz, wegen Totschlags an der innerdeutschen Grenze zu sechseinhalb Jahren verurteilt, nach nur vier Jahren aus der Haft entlassen wurde, die er zum größten Teil als Freigänger hatte verbringen dürfen.“... Mit der gleichen Logik könnte man auch Saddam ein paar Jahre hinter schwedische Gardinen schicken und ihn, sobald sich die Lage im Irak stabilisiert hat, wieder freilassen.“ Der Logiker Broder hat nichts begriffen. Die Prämisse ist falsch. Was Broder aus ihr ableitet, ist das Ergebnis von Antilogik. Nehmen wir an, es gehe hier wirklich um alltägliches Strafrecht (REVEILLE spricht naiv vom „staatlichen Strafrecht“). Das deutsche Strafrecht enthält sich eines Bekenntnisses zu > einem < Strafzweck. Selbst in der strafrechtsphilosophischen Diskussion hat keiner der sog. Strafzwecke jemals in Reinkultur gelebt, weder bei den vermeintlichen „Absolutisten“ Kant und Hegel noch bei den „Relativisten“ Feuerbach und Liszt. Wer anderes behauptet, ist entweder Diagonalleser oder er fällt auf pädagogisch oder sonst wie motivierte Wiedergaben in Kompendien herein, die sich als Lexika oder Lehrbücher tarnen. Alle literarischen Ansätze, erst recht die Strafrechtspraxis, arbeiten teils offen, teils schlecht versteckt mit Gemengelagen, bei denen die verschiedenen Strafzwecke in den unterschiedlichen Phasen von Strafrechtsrealisierung – Androhung, Verhängung, Vollstreckung – in ihrer Tragweite variieren. In der Konsequenz eines stringent verfochtenen Resozialisierungsprinzips läge es, beim Falltypus „Egon Krenz“ mindestens schon auf die Strafverhängung zu verzichten. Dass dazu niemand bereit war und ist, zeigt, dass die konkurrierenden Strafmotive offensichtlich nicht zu unterdrücken sind, auch wenn sie im Vergleich zum Normalfall nur gebremst zur Geltung kommen. Dabei spielen unbestreitbar auch generalpräventive Motivationen eine Rolle. Wenn REVEILLE dem die angebliche wissenschaftliche Widerlegung der „positiven Generalprävention“ entgegenhält, so rufen wir ihr zu: „O SI TACUISSES, ELI ELI (ELLI?) LAMA ASWTANI, und rückwärts: الهى الهى لمادا تركتني!“ 1. So wenig, wie es > den < Strafzweck gibt, existiert > die < positive Generalprävention. Der Begriff bündelt mehrere Parameter der Normstabilisierung, die mehr oder weniger plausibel erscheinen. Sie sind weder einzeln noch in ihrem Geflecht, schon gar nicht in ihrem (schwankenden) deliktsgruppenspezifischen Stellenwert erforscht, geschweige denn widerlegt. Das Buch, dessen Klappentext REVEILLE ihre kritische Einstellung verdankt, befasst sich nur mit einem schmalen Ausschnitt der sog. positiven Generalprävention. 2. REVEILLE plumpst ins falsche Stockwerk, verwechselt die Analyse justizieller Strafzwecke mit der Strafzwecklegitimation: Real existierende (ausgesprochene oder unausgesprochene) Strafziele lassen sich allein durch Hinweise auf das Fehlen einer empirischen Legitimation nicht aus der Welt schaffen. Bei all dieser Kritik am unreflektierten Umgang mit strafrechtlichen Kernbegriffen werden die Zentralfragen noch gar nicht berührt: Geht es hier überhaupt um gewöhnliches staatliches Strafen? Ist das traditionelle systemstabilisierende Strafrecht mit seinen Strafzweckvokabeln überhaupt ein taugliches Instrument, Regierungskriminalität aufzuarbeiten, wenn das System (a propos „Systemstabilisierung“) nicht mehr existiert? Die Frage kann hier nicht ausdiskutiert werden. Angemerkt sei nur: Selbst diejenigen, die Ex-Staatstyrannen mit einem „strafrechtlichen“ Ausstand verabschieden, könnten die Frage innerlich nur mit „jein“ beantworten. Verräterisch für das zwiespältige Gefühl sind entweder die spätere „unbegreifliche“ Strafmilde oder – dort, wo man strafrechtliche Gewalt voll ausschöpfen will – die Überweisung der Angelegenheit an „Internationale Strafgerichtshöfe“ oder „Tribunale“, die mit Sonderregelwerken operieren. Im Hinblick auf diese Brüche im traditionellen Strafrechtsdenken empfahl jemand, der im letzten Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, ungewohnt emotional: „Entweder sofort abknallen oder laufen lassen!“ Dieses „Strafrechts“modell wurde Weihnachten 1989 in Bukarest erprobt. Auch die weiteren Ausflüge Broders in die Welt des Strafrechts sind schwer zu ertragen. Um nur eine weitere Entgleisung herauszugreifen: Der Satz, es gebe kein Argument für die Todesstrafe an Massenmördern, ... außer einem: Dead men never come back, ist eine peinliche Verzeichnung. Mit Strafrecht hat er nichts zu tun. Weder das reine Talionsdenken noch seine neuzeitlich geläuterten Ableger fragen nach Gefährlichkeit, nach Aussonderungs- oder gar Ausmerzungsbedürfnis. Was Broder anspricht, sind rein präventiv-polizeiliche Überlegungen (hier solche der Weltpolizei), die einem „Straf“-Akt untergeschoben, von Grobmotorikern und „tiefsinnigen Polemikern“ als „Strafzweck“ ausgewiesen werden.

17.01.2004, 22:11 Uhr von kofman

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

As a faithfully European Jewish, I find your article to be extremely offensive and indeed it lacks any logic balanced with humanitarian and the principals of the Zionist’s goals. We should always condemn the death penalty. If we to follow this suit ( of executing previous leaders) I wonder if any of our Israeli leaders will remain alive and not persecuted for their alleged crimes against the Palestinians civilians. In fact Mr. Sharoon will be held criminal for his “endless war crime” and in return Araft will deem to be the supreme peace leader. For our only Jewish country to both survive and the Jewish people to continue living in prosperities WE MUST SAY NO for the execution of any leader ( sadly that is to include Sadam Housinn) before it is too late whereas, we will regrettably witness our own Zionist’s fighters hanged and indefinitely locked behind bar. I deeply wander if this is what you aim to achieve from your article!!!!

17.01.2004, 02:06 Uhr von avram

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

als Bürger der einzigen Demokratie im Nahen Osten wehre ich mich vehement gegen die Todesstrafe. Mein Lieber Bruder was machen wir wenn die Gois unseren Grossen Feldherren einst zur Rechenschaft ziehen wollen??

17.01.2004, 01:47 Uhr von Schlomo

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

schalom hawerim ich hoffe, dass H.M Broder über alle Kriegsverbrecher,auch Scharon, so ins Gericht gehen wird? Ich stelle mir unter einem Schriftsteller eher einen differenziert denkenden Menschen vor. Wenn wir uns von rechtstaatlichen Grundsätzen so entfernen wie Herr Broder,stellen wir uns auf die Ebene des Diktators. Der Artikel schadet dem Ruf des SPIEGELS, passte dieser wohl eher in die"Yehidot achronot"oder Bildzeitung.

16.01.2004, 21:06 Uhr

Der Retterin des Dativs

Liebe Merveilleuse, nachdem ich ihr kleines Latinum bewundernd zur Kenntnis genommen hatte, bin ich nun doch von Ihrer linguistischen Kompetenz enttäuscht.Gleich zweimal wollen Sie einen Dativ "retten", wo wirklich einer steht.Schauen Sie sich im Grammatikteil eines beliebigen Lehrwerkes für "Deutsch als Fremdsprache" um...."im Strafrecht" oder wie sie polemisch weiterführen"im Deutsch" ist kein Kasusfehler! Hier ist Ihre Polemik nach hinten losgegangen.Schlagen Sie vor Ihrer nächsten Fehleranalyse also nach unter "Artikelgebrauch" und dort unter 0-Artikel. Viel Erfolg bei Ihrer weiteren Bekämpfung der PISA-Folgen!!

16.01.2004, 17:31 Uhr von mascha

Do(n`t) feed the trolls!?

Werter Freiherr von Mord-axa aka Reveille la Merveilleuse - Sie reden viel und sagen doch nichts. Als einer der "Aktenkofferträger Hefis" habe ich mich über Ihre zwanghaften Versuche der Argumentation, die allerdings zu keinem Zeitpunkt über die Schwelle der Beleidigung und Polemik hinausgingen, köstlich amüsiert. Üblicherweise muss man sich schon in die Niederungen der Foren und Boards begeben, um derart sinnfreies Geschätz eines zwanghaften Wortakrobaten zu finden. Fazit des Spiegel-Online Beitrags ist und bleibt aus meiner Sicht: HMB bedient den (vermeintlich geistig elitären) Mob und ist dabei keinesfalls scharfsinnig in seiner Polemik - er schreibt vielmehr platt und intrigant (wie schon so viele vor ihm). Netter Versuch, der bedauerlicher Weise ein exponiertes Forum fand. Fazit Ihres Beitrages hier: Schön, dass die Trolle sich nunmehr auch in dieses Forensystem verlaufen haben - pflegen wir sie denn sie bereichern unser täglich Leben! Mascha

15.01.2004, 08:17 Uhr

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Die Phantasie von Herrn Broder scheint sich sehr intensiv zu beschäftigen mit der Todesstrafe und S.H. aus B. in I. Siehe http://www.henryk-broder.de (15.01.2004), den Link ganz oben in der Mitte: "Top Ten Reasons Why the German Media Think Saddam Should be Spared the Death Penalty" ...

15.01.2004, 00:12 Uhr von Reveille la Merveilleuse

Rettet dem Dativ...

...eine Aktion, die man "Hefi" und seiner Aktenkofferträgerbrigade dringend ans Herz legen sollte. Ärgern Sie dich nicht, liebe Baronin! Wenn (oder eher "falls") wir mal nach Dresden (oder war es Leipzig?) kommen, wissen wir zumindest, wen wir dort als Taxifahrer am Flughafen antreffen!

14.01.2004, 23:35 Uhr von Reveille la Merveilleuse

Rettet dem Dativ...

...eine Aktion, die man "Hefi" und seiner Aktenkofferträgerbrigade dringend ans Herz legen sollte. Ärgern Sie dich nicht, liebe Baronin! Wenn (oder eher "falls") wir mal nach Dresden (oder war es Leipzig?) kommen, wissen wir zumindest, wen wir dort als Taxifahrer am Flughafen antreffen!

14.01.2004, 23:24 Uhr von Freifrau von Mord-ax

DER Deutsche und die Dummtussenbrigade

Schlimm ist, daß die PISA-Ergebnisse hier noch unterboten werden. Hefi und seine Apologeten ("Danke für die Kritik an diesem Artikel, Hefi!!!") können weder richtig lesen noch sind sie der deutschen Sprache mächtig. Einen Teil der Hefi-Sprache hat Freiherr von Mord-ax ja bereits vorgeführt. Dann brüstet sich ein Anonymus damit, blöde Ausdrücke gefunden zu haben: //Dummtussenbrigade,vulgäre betriebsnudel,mediengeile schleimscheis­serin,"hässlichen" emanze,dreckige antisemitin,gerissene schmarotzerin,abgehende Blähung,// Und viele weitere "Schaum"-Bäder.. http://www.editorsoffice.de/feminism_dummtussen.htm Gleich am Anfang des Textes im erwähnten Link steht folgendes: "Dieser herzliche, schwesterliche Austausch fand im Onlineforum eines bekannten Journalisten statt, das ich die Ehre habe, moderieren zu dürfen." Das also sind Zitate, die die Moderatorin des genannten Forums vorgefunden hat, und zwar nicht auf ihrer Site, sondern auf der Site "eines bekannten Journalisten". Der von der Moderatorin zitierte Text zeigt, daß sie diese Art er Diskussion ablehnt. Davon handelt der ganze Artikel. Und der Kommentator von "DER Deutsche": Sie schreiben zweimal "Henryk", einfach so. Duzen Sie sich mit Herrn Broder, oder wollen Sie nur Ihre überlegene Verachtung zeigen? Belegen Sie doch alle mal außer einem Kurs "im Strafrecht" einen "im Deutsch" ...

14.01.2004, 23:10 Uhr von Reveille la Merveilleuse

Tja, Herr/Frollein Anonymus/Anonyma...

"Meine" Webpräsenz... Woher wissen Sie, ob das MEINE Meinung ist, die Sie da auszugsweise zitieren? Und selbst wenn, beginnen Sie doch erst einmal damit, sich mit dem HIER anstehenden Thema inhaltlich auseinanderzusetzen, bevor Sie zu ad hominems Zuflucht nehmen. Aber da hapert es, gelle?

14.01.2004, 22:59 Uhr von Reveille la Merveilleuse

Oh je oh je... Hefis minusvariable Doktorandenbrigade !!!

Jungs und Mädels der PISA-Generation, vielleicht macht sich ja doch einmal einer von Euch die Mühe, sich mit Broder (und meiner Apologetik/Exegese seiner Argumentation) INHALTLICH auseinanderzusetzen, anstatt mit Euren Füßchen aufzustampfen und neckisch-trotzig "NEIN NEIN NEIN, SO IST ES NICHT" zu rufen. Euer Hefi sagt: "Um die Emotionen hochkochen zu lassen, wird zur Sicherheit noch Egon Krenz angeführt und dem Leser vorgegaukelt, dass es in der Logik der Justiz keiner Strafe bedürfe, sofern das Risiko einer Wiederholung nicht (mehr) bestehe." Erstens einmal sind die Emotionen, die Broder "hochzukochen" vermag, einzig und allein gegen ihn selbst gerichtet, liegt er doch konträr zu der Linie der derzeit politisch korrekten "man-muss-auch-mal-vergessen-können"- und "the Americans-killed my Dad"-Fraktion, die sich werbewirksam als "Friedensbewegung" verkauft und eine Vielzahl von deutschen Ressentiments bedient. Oder sollten Sie vielleicht noch nie etwas von ihm gelesen haben, dass Sie WIRKLICH nicht wissen, dass kaum jemand die ehemalige SED-Riege hasst, wie er. Oder ist Ihnen wirklich gar an einer Apologetik eben dieser SED-Riege gelegen? Ihre PISA-vernebelte Stellungnahme ("NEIN NEIN NEIN, SO IST ES NICHT") lässt mich hier wirklich verzweifeln. WIE dumm muss man sein, um Broders Ausführungen nicht als Polemik zu erkennen, sondern als Promotion des Maßnahme- (as opposed to Straf-) -Rechts zu missverstehen? Im Gegensatz zu Eurem Hefi will ich Euch auch gerne Intelligentdefizite zugute halten, schließlich seid Ihr (noch) keine Lehrstuhlinhaber. Ach so, wie stehen SIE denn übrigens zu dem wissenschaftlichen Unsinn, der unter dem Etikett "Generalprävention" verkauft wird? Das wäre doch ein erster und selbst für Sie genügend simpler Diskussionsansatz, oder? Ich will Ihnen auch gerne NOCH EINMAL erklären, worauf es Broder eigentlich ankam. Es kam ihm darauf an, die wohlfeile Moralität derjenigen Leute anzuprangern, die bei der potentiellen Exekution eines üblen Despoten wie Saddam moralisches Muffensausen bekommen, während es sie einen Scheißdreck interessiert, was in China vorgeht, wo Kleinkriminelle hingerichtet werden, solange man dort gute Geschäfte machen kann. Oder die sich nie zu Wort gemeldet haben, als der liebe Saddam Menschen lebend in Plastikshredder gesteckt hat oder von Krokodilen hat auffressen lassen, aber sich jetzt wegen Menschenrechtsverletzung in die Hosen machen, weil wir die Molaren des Diktators im Detail betrachten konnten. Noch simpler, und damit es auch Strafrechts-Lehrstuhlinhaber UND SOGAR DESSEN DOKTORANDEN begreifen: Irgendwann im Laufe der Zeit sind uns die Maßstäbe für gut und böse, falsch und richtig, substanziell und läppisch abhanden gekommen. Sollten Strafrechtler, die expressis verbis mehr sein wollen als Verwalter eines präventiven Maßnahmerechts, nicht irgenswann einmal irgendwelche vagen Ideen über gut und böse, falsch oder richtig entwickelt haben? Sie mögen mich nicht und ich finde Sie alle auch ziemlich Scheiße, aber BISHER habe ich dafür verdammt bessere Argumente, als Sie. Also?

14.01.2004, 22:11 Uhr

Zum Kommentar "14. Januar 2004 - 00:29 Uhr"

Zur Person, die diesen Kommentar verfasst hat. "Wo bleibt die professorale Contenance?" Auf ihrer Web-präsenz. Original und unzensiert! //Dummtussenbrigade,vulgäre betriebsnudel,mediengeile schleimscheis­serin,"hässlichen" emanze,dreckige antisemitin,gerissene schmarotzerin,abgehende Blähung,// Und viele weitere "Schaum"-Bäder.. http://www.editorsoffice.de/feminism_dummtussen.htm Wie war das noch? ()"..Sie gehören offensichtlich zu denen, die unreflektiert am Maul zu schäumen beginnen .."() Bei manchen Leuten ist halt das Mundwerk schneller als das Hirn. echt witzig!

14.01.2004, 21:44 Uhr

DER Deutsche

Bei Henryk reicht für gewöhnlich schon der Begriff "Deutsch" , um seinen "Nerv" offen zu legen! Der liebe Henryk versucht (mal wieder) mit billiger und zweideutiger Polemik seinen Antigermanismus zu verdecken, der ihm mit reichlich schaum aus dem Munde quilt, wenn wieder ein paar deutsche (Möchtegern-)Politiker sich in der Welt einmischen. Wer Broder`s Texte mit scharfsinniger Polemik verwechselt, ist einfach nur dumm!

14.01.2004, 20:36 Uhr

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Auch ich erwäge die Todesstrafe für Saddam, mit Broder als Exekutor und seinem lippentreuen,aber dümmlichen Exegeten mit dem kleinen Latinum als Beilschärfer. Denn wir, die naiven Gutmenschen, die Saddam beweinen und Broder so wenig verstehen, könnten das nicht und würden einknicken.

14.01.2004, 18:08 Uhr

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Die beiden vorstehenden Kommentare sind abstoßend. Wenn ich das richtig verstehe, wäre ein bisschen Toleranz mit solch merkwürdigen fremden "Gebräuchen" wie der exekutivisch vorgeschlagenen Todesstrafe wohl gerade angemessen, auch wenn man sich das Ganze vielleicht nicht gerade zu Eigen machen will (sollen sich doch die Anderen die Finger schmutzig machen). Die wichtigsten Errungenschaften der letzten Dekaden seit dem zweiten Weltkrieg sind da doch ganz schnell bloß noch deutsche Sentimentalitäten. Da ist man mit dem Vorkommentator dann vielleicht gar nicht mehr weit davon, das Verbot der Todesstrafe als Teil des "heuchlerischen deutschen Stall" gleich mal "auszumisten". Im Aufsatz von Broder spielt vor allem der Ton die Musik, und auch wenn Broder die Todesstrafe nicht bejahen mag, ist er mit seinen Andeutungen nicht mehr weit von billiger Stammtischpolemik entfernt. Danke für die Kritik an diesem Artikel, Hefi!!!

14.01.2004, 00:29 Uhr von Reveille la Merveilleuse

Wo bleibt die professorale Contenance?

Hefi, Hefi, um den Verzweiflungsschrei meiner Vorschreiberin aufzugreifen, si tacuisses Strafrechtsprofessor mansisses! Lieber... SEHR lieber Hefi! WAS in Broders Artikel lässt Sie denn nur um Himmels Willen annehmen, er sei FÜR die Todesstrafe? Und "zu fein"? Broder und "zu fein" für irgendetwas? Na DAS wäre doch zumindest einmal etwas ganz Neues! Haben Sie sich eigentlich sonderlich verrenken müssen, um ihn in jedem (aber auch in JEDEM!) Punkt misszuverstehen oder kommt Ihnen so was ganz natürlich? Ich will Ihnen das gerne erklären: Er hat nie den Anspruch erhoben, vom Katheder eines Strafrechtsprofessors aus zu dozieren. Er ist Polemiker. Und wenn man, lieber Hefi, nicht ganz dumm ist (und das will ich einmal bei Ihnen, um meines naiven Glaubens in das deutsche Bildungssystem willen, unterstellen) muss man schon ganz schön böswillig sein, um ihn misszuverstehen. Sie sagen: "Wenn ich Broder richtig verstehe, darf man nur dann gegen die Todesstrafe sein, wenn man sich selbst einmal dem Tod ausgesetzt hat." Nein, Sie verstehen ihn NICHT richtig, und nicht einmal ein Jurastudent nach einem verbummelten ersten Semester hätte diesen Fehlschluss gezogen. WORAUS, um Himmels Willen, schließen SIE, ein veritabler Lehrstuhlinhaber, das nun? Ferner sagen Sie: "Um die Emotionen hochkochen zu lassen, wird zur Sicherheit noch Egon Krenz angeführt und dem Leser vorgegaukelt, dass es in der Logik der Justiz keiner Strafe bedürfe, sofern das Risiko einer Wiederholung nicht (mehr) bestehe. Dass die Strafe erstens noch ganz andere Strafzwecke zu bedienen hat – so denjenigen der positiven Generalprävention – und das Gesetz zwingend einen bestimmten Strafrahmen vorsieht, innerhalb dessen die Strafe zu liegen hat, lernt man im ersten Semester an der Uni. Henryk M. Broder hat hier offensichtlich gefehlt." Broder sagt das nicht "um die Emotionen hochkochen zu lassen", sondern um komplexe Sachverhalte auch Leuten klarzumachen, die nach herkömmlichen Maßstäben dümmer sein dürften als Sie. Dass Strafe andere Bedürfnisse zu bedienen hat, als bloße Maßnahmen, wissen wir alle, aber wir wissen auch, dass die Jurastudenten im ersten Semester, die einen IQ über 115 haben, zusammensitzen und sich die Köpfe heißreden über die Legitimität des staatlichen Strafanspruchs. Es ist also - und zumal aus Gründen der Polemik - völlig legitim eine solche Gedankenspielerei anzustellen. Und dass ICH einem gestandenen Strafrechtler mitteilen muss, dass die Generalprävention wissenschaftlicher Unsinn ist, ist schon traurig. Aber ich will Ihnen auch gerne erklären, worauf es Broder eigentlich ankam. Es kam ihm darauf an, die wohlfeile Moralität derjenigen Leute anzuprangern, die bei der potentiellen Exekution eines üblen Despoten wie Saddam moralisches Muffensausen bekommen, während es sie einen Scheißdreck interessiert, was in China vorgeht, wo Kleinkriminelle hingerichtet werden, solange man dort gute Geschäfte machen kann. Oder die sich nie zu Wort gemeldet haben, als der liebe Saddam Menschen lebend in Plastikshredder gesteckt hat oder von Krokodilen hat auffressen lassen, aber sich jetzt wegen Menschenrechtsverletzung in die Hosen machen, weil wir die Molaren des Diktators im Detail betrachten konnten. Noch simpler, und damit es auch Strafrechts-Lehrstuhlinhaber begreifen: Irgendwann im Laufe der Zeit sind uns die Maßstäbe für gut und böse, falsch und richtig, substanziell und läppisch abhanden gekommen und das hat Peinlichkeiten wie Claudia Roth an die Oberfläche gespült. Und sowas ärgert einen Broder und er pflegt sowas auszusprechen. Broder ist ein Katalysator, an dem sich die Geister scheiden und er vermag es wie kein anderer, gewisse Einstellungen zu entlarven. Sie sind ihm voll ins offene Messer gelaufen. Sie gehören offensichtlich zu denen, die unreflektiert am Maul zu schäumen beginnen und sogar alle professorale Contenance verlieren, weil er einen Nerv getroffen hat. Schade! WAS macht sie das?

13.01.2004, 14:35 Uhr von Freiherr von Mord-ax

Hefi entgleist

Hefi, Hefi, si tacuisses philosophus mansisses! Sie sagen doch selbst, sie seien sprachlos. Müssen Sie das trotzdem anschließend so treffend beweisen? Der Reihe nach: Henryk M. Broder tritt nirgendwo für die Todesstrafe ein. Wenn ich was überlesen habe, wäre ich für einen Beleg dankbar. Sie schreiben, "der Leser" werde funktionalisiert. Zu was wird denn "der Leser ... funktionalisiert"? Meinen Sie übrigens, den Beitrag hätte nur einer gelesen, oder meinen Sie "die Leser"? Da wagen Sie sich aber weit vor. Wie ich die Texte von Henryk M. Broder kenne, ist der sich nie für nichts zu fein, vielmehr krempelt er die Ärmel auf und versucht diesen heuchlerischen deutschen Stall auszumisten. Was "absurdes Verständnis von Strafe" bedeutet, da hat die deutsche Justiz in den Jahren 1933-1945 Maßstäbe gesetzt, an die keine der Polemiken des Henryk M. Broder je heranreichen könnte. Ach, Hefi, von Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung haben Sie noch nie gehört? Da heißt der Dichter "Rattengift". Dessen sollte sich die Justiz aber umgehend bemächtigen. Und, Sie scheinen nicht ganz von heute zu sein: seit wann wirkt Strafe präventiv, gar "positiv generalpräventiv"? Bei welchem Lehrer des Lehrstuhles haben Sie das denn gelernt? Wie man statt "peinlicher Bemerkungen ... einen Crashkurs im (sic!) Strafrecht belegen" könnte, diese grammatikalische Verrenkung sollten Sie hier vorführen. Ich wünsche Ihnen, daß Sie dann nicht darin untergehen. Und noch ein Wort an den Kommentator: Sie können also nicht selbst entscheiden, was im SPIEGEL Sie lesen? Ihre Einschätzung der Brodertexte zeigt, daß Sie sie gelesen haben. Sind Sie so leicht zu etwas zu zwingen? Für die deutsche Juristerei wird mir angst und bange.

22.12.2003, 21:34 Uhr

Re: Henryk M. Broder entgleist: ein demagogisches, rechtsstaatliches Desaster als Weihnachtsgeschenk des SPIEGEL

Hefi spricht mir aus dem Herzen ... . Wenn ich den Spiegel abonniert hätte, würde ich ihn umgehend abbestellen, damit ich dieses selbstgerechte, arrogant-zynische und inhaltlich komplett bornierte Gewäsch von HB nicht immer versehentlich doch vor die Nase bekomme.