Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

13.02.2004

Biometrische Grenzkontrolle nun auch in Deutschland

12.02.2004: Innenminister Schily eröffnet Personenkontrolle mit Iris-Erkennung am Flughafen Frankfurt/Main

Den Reisepass auf den Scanner legen, dann ein kurzer Blick in die Kamera und schon hat der Fluggast am Flugsteig B in Terminal 1 die Bundesrepublik Deutschland offiziell betreten. Seit Mitte Februar können Passagiere am Flughafen Frankfurt die Grenze übertreten, ohne einem Bundesgrenzschutzbeamten seinen Reisepass vorzeigen zu müssen. Und ohne Wartezeiten.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium und der Lufthansa testet Fraport in einem Pilotprojekt die Zeit- und Personal sparende biometrische Grenzkontrolle mit Fluggästen, die sich freiwillig anmelden. Am heutigen Donnerstag hat der Bundesinnenminister Otto Schily das System mit den Vorstandsvorsitzenden von Fraport, Dr. Wilhelm Bender, der Lufthansa, Herr Mayrhuber und der Firma Bosch Sicherheitssysteme, Herr Glock offiziell eröffnet.

Der Flughafen Frankfurt ist damit der erste deutsche Flughafen, der biometrische Systeme im laufenden Passagierbetrieb testet. Vor allem Vielflieger, die oft in Nicht-Schengen-Staaten reisen, sollen diese neue Erkennungsmethode nutzen. Ihr Vorteil: Sie können fortan lästige Warteschlangen im Terminal 1 vor den Grenzschaltern vermeiden. Vor allem in Spitzenzeiten ein nicht unerheblicher Zeitvorteil.

Nach einer einmaligen Registrierung können Sie als Teilnehmer des Testlaufs die Autocontrol-Spuren nutzen und so wertvolle Zeit sparen.

Vor der erstmaligen Registrierung der Automatisierten Grenzkontrolle ist eine Registrierung erforderlich. Diese erfolgt im "Enrolment Center" (Terminal 1, vor dem Lufthansa Priority Check-in Bereich in Abflughalle A).

Öffnungszeiten während des Testlaufs: täglich von 6.30 Uhr bis 21.30 Uhr.

An dem Testlauf können alle "uneingeschränkt freizügigkeitsberechtigten Bürger der EU-Staaten sowie der Schweiz", die das 18. Lebensjahr vollendet haben und über einen maschinenlesbaren Reisepass verfügen, der noch mindestens sechs Monate lang gültig ist. Die Daten des Reisepasses werden bei der Registrierung überprüft und in einer lokalen Datenbank des BGS gespeichert.

Das Muster der Iris wird dann mit Hilfe einer Digitalkamera aufgenommen; das Verfahren ist daher gesundheitlich völlig unbedenklich. Aus dem Muster errechnet eine Software einen numerischen Code (Template), der für den späteren Identitätsabgleich herangezogen wird. Mit dem Speichern des Iris-Codes in der lokalen Datenbank ist die Registrierung abgeschlossen.

Auf die Wahrung des Datenschutzes wurde ebenfalls großen Wert gelegt. Erhoben werden nur Personaldaten (Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Geschlecht), die Passnummer und der Gültigkeitszeitraum. Und natürlich ein Digitalbild der Augeniris. Die erhobenen Daten werden nur in einer Datenbank des BGS am Flughafen Frankfurt gespeichert und nicht weiter gegeben - auch nicht an Ämter und Behörden. Die Daten der Teilnehmer werden ausschließlich für die automatisierte Grenzkontrolle verwendet. Wird das Programm beendet oder scheidet ein Teilnehmer aus, werden seine Daten umgehend gelöscht.


Kommentare

22.02.2004, 12:40 Uhr von Alexander Lau

Biometrische Grenzkontrolle

.. bitte erlauben Sie uns eine Ergänzung zu Ihrem hervorragend recherchierten Artikel: Bei der Kamera handelt es sich nicht um eine herkömmliche Digitalkamera mit sichtbarem Blitzlicht (Das will schliesslich keiner !) sondern um eine Spezialkamera, die ein ausschliesslich schwarz-weißes Photo der Iris erfasst. Dabei wird KEIN grelles Licht oder gar Laser verwendet. Für Eückfragen zum Thema Iriserkennung stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen, A. Lau Byometric systems GmbH www.byometric.com