Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

16.02.2004

Fahndung per SMS - der Bürger als Fahnder

Ab sofort werden aktuelle Fahndungen per SMS an regisitrierte Bürger weitergeleitet, die dann der Polizei beim Suchen helfen dürfen. Wer dabei sein will, muss sich beim BKA registrieren lassen. Da wird denn auch gleich darauf hingewiesen, dass man als Polizeihelfer keinesfalls die Befugnisse eines Polizisten hat. Zielgruppe sind vor allem Personen, die sich berufmäßig im öffentlichen Raum bewegen, z.B. Taxifahrer. Im internationalen Vergleich stelle diese neue Fahndungsmethode ein "Novum" dar. Warum wohl, Herr Schily?


Kommentare

18.02.2004, 11:53 Uhr von observer

Danke für die Ergänzung

Ja, da muss ich meinen Vorkommentator Recht geben. Polizeiliche Maßnahmen können nur dann noch kritisiert werden, wenn ihre Effektivität in Zweifel gezogen wird. Diese Argumentation ist aber eine Falle: Nicht die Effektivität sollte Maßstab staatlichen Handelns sein, sondern gesellschaftliche Wertentscheidungen und Grundrechte. Eine Geselschaft mit Zivilcourage ja, eine Gesellschaft voler Spitzel (und bald Kopfgeldjäger) aber nein.

17.02.2004, 16:46 Uhr

Symptomatisch

Interessant am Spiegel-Artikel ist, dass er insb. auf die Nutzlosigkeit der Handy-Jagd abhebt, die möglichen verheerenden gesellschaftlichen Auswirkungen allerdings kaum thematisiert. Wenn die Spitzel-Gesellschaft funktionieren würde, wäre alles ok, oder was?

16.02.2004, 18:16 Uhr

Die am Fenster Hängenden reloaded

Wenn doch nur unsere älteren MitbürgerInnen, die mit einem Kissen unter den Ellenbogen den öffentlichen Raum scannen, alle schon ein Handy hätten. Oder denkt Herr Schily bereits an seinen Ruhestand, in dem er sicherlich umtriebig bleiben möchte?