Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

05.05.2004

Hiddensee unter totaler Überwachung

Mittels Videokameras und Sensoren wurde auf einer Insel - ich kann beruhigen, es nicht wirklich Hiddensee, sondern Ayers Island, Maine, USA - ein Überwachungssystem etabliert, dass wohl als zukunftsweisend angesehen werden kann. So sind die Kameras, Sensoren und Detektoren mit einer computergestützen Datenbank biometrischer Merkmale verbunden , die es erlaubt, jeden Besucher der Insel die ganze Zeit über zu verfolgen und zu beobachten und auf eventuelles verdächtiges Verhalten zu reagieren. Dabei ist das System in der Lage, zwischen der - unverdächtigen - Frau mit Hund, die täglich spazieren geht, und den - verdächtigen - "three big guys", die das erste Mal da sind, zu unterscheiden.
Selbst das Aufhalten in Gebäuden wird registriert. Das hat ja auch seine unbestreitbaren Vorteile: Wenn niemand drinne ist, müssen Feuerwehrmänner im Brandfalle ihr Leben nicht riskieren.
Soziale Exklusion auf einer ganzen Insel und ein Computersystem, das Alltagsverdachtsmomente institutionalisiert. Geführt von einer privaten Firma und know-how-unterstützt von der Universität. Da fühlt man sich doch so richtig sicher.


Kommentare

19.05.2004, 11:42 Uhr

zu nichts bekannt

Aber die Besucher könnten doch über Hinweisschilder etc. informiert werden und würden sich sicher auch freuen, weil sie ihre Urlaubssachen sicher wähnen.

19.05.2004, 09:56 Uhr von Peer

Nichts bekannt

Darüber ist nichts bekannt, aber würde das was ändern? Wenn die Bewohner zugestimmt hätten, könnten wir dann dem Projekt eine größere Legitimität zusprechen? Davon unabhängig kontrollieren die Sensoren und Kameras auch ale Besucher der Insel.

18.05.2004, 20:31 Uhr

Re: Hiddensee unter totaler Überwachung

Wurden die Bewohner um Erlaubnis gefragt?