Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

27.07.2004

Meinung kundtun zur Videoüberwachung in der Straßenbahn

Ich bin heute mit einer videoüberwachten Straßenbahn gefahren. Als ich es dann merkte - beim Einsteigen habe ich keinen deutlichen Hinweis darüber entdecken können! - habe ich dann in der Bahn nach angebrachten Hinweisen geschaut und bin auch fündig geworden. Ein Aufkleber beschreibt dies als Serviceleistung für den Bahnkunden und will mich beruhigen, als dass alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden. Gleichwohl und das sollte man Ernst nehmen, ist die DVB-AG an der Meinung ihrer Kunden interessiert. Deswegen: äußert Euch zu der Videoüberwachung!

Mailt an service@dvbag.de !

Nochmals sei daran erinnert, dass eine Videoüberwachung nicht zu mehr Sicherheit führt. Dafür gibt es keine empirischen Belege. Schon aus diesem Grund ist der Eingriff in mein Persönlichkeitsrecht nicht gerechtfertigt. Der öffentliche Nahverkehr ist elementare Daseinsvorsorge. Deswegen geht ein Verweis auf Ausweichmöglichkeiten zur Fortbewegung für Überwachungskritiker fehl.


Kommentare

16.08.2008, 16:31 Uhr von Jochen Balzer

Re: Meinung kundtun zur Videoüberwachung in der Straßenbahn

Schlimm genug, dass die neueren Straßenbahnen bereits in Gänze mit dieser Überwachungstechnik ausgestattet sind und ältere Wagen damit nachgerüstet werden sollen. Die DVB testet inzwischen auch die Eignung der Videokameras in Bussen. Zurzeit verkehrt mindestens einer dieser neuen Mercedes Citaro mit sechs Kameras im Innenraum. Sollten die Verkehrsbetriebe tatsächlich den Entschluss fassen auch hier alle Fahrzeuge damit auszustatten, so bleibt für Fahrgäste, die dem Ganzen ablehnend gegenüberstehen und es vermeiden möchten aufgezeichnet zu werden, kaum eine Alternative. Ich hatte mich auch schon mal telefonisch darüber beschwert, wurde vom Herrn am anderen Ende allerdings nicht wirklich ernst genommen, eher noch ziemlich unhöflich behandelt. Er konnte nicht verstehen, wie ich der Kameraüberwachung ablehnend gegenüberstehen kann, wo es doch so viel Sicherheit bringe. Dieses (Schein-)Argument, hört man recht oft. Mittlerweile offensichtlich so oft, dass Leute es schon als Tatsache begreifen. Vergessen wird dabei meist, dass Sicherheit ein subjektives Gefühl ist, etwas, was nicht absolut messbar ist, da es jeder anders empfindet. Auch würde ich bei dem Thema nicht von Sicherheit sprechen, da mich eine Kamera nicht vor Übergriffen schützen kann, sie sieht lediglich zu und zeichnet auf, sodass später vielleicht mal jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann. Mehr aber auch nicht. Es wird vermutlich beim bloßen Sicherheitsgefühl bleiben.