Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

25.08.2004

Minijobs und Technische Prävention

In Düsseldorf sollen zum Jahreswechsel 100 Stellen für Langzeit-Arbeitslose als Schaffner in Straßenbahnen geschaffen werden. Die Landeshauptstadt hat der Bahngesellschaft für die Stellen zusätzlich Geld in Aussicht gestellt. Die Rheinbahn erhofft sich von diesem Pilotprojekt einen Rückgang des Vandalismus und der Schwarzfahrer-Quote (Süddeutsche Zeitung vom 21./22.8.2004 Seite 5). - In Berlin darf man in Bussen nur noch vorne einsteigen, in Düsseldorf wird man am Platz abkassiert. Was halten Sie davon?


Kommentare

02.06.2012, 05:59 Uhr von Felipe

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Ja, was soll ich da noch sagen? Audfer, dass ich vielleicht mal auf dich zumomke, Nico und ein paar Bilder als Poster/Leinwand/Kupferstich/Fresco/Kohlezeichnung haben mf6chte .Einfach tolle Aufnahmen und wieder mal ein schf6ner, wenn auch kurzer, Text zu den ausgesuchten Bildern. Nur ein Foto des vernebelten Milford Sounds he4tte ich mir vielleicht noch gewfcnscht. Oder besser: eine Vorher-/Nachheransicht.Weiter so, auf, dass noch viele tolle Bilder folgen .

14.09.2004, 10:36 Uhr

Re: Minijobs und Technische Prävention

Zunächst mal: nein, mit einem Schaffner, der "nachträglich" die Fahrscheine kontrolliert, lebt keine Strafbarkeit auf. Anders aber immerhin für Busse, bei denen man am Fahrer vorbei und seinen Fahrschein zeigen muss (auch das war ja Gegenstand des Beitrages). Und richtig, in dieser Kritik geht es um überzogene Rechtsprechung, nicht um die Forderung nach "technischer Prävention". Nur: Wenn man sinngemäß sagt: "Selbst schuld, wenn ihr Zugangssperren abbaut, ihr verdient dann keinen strafrechtlichen Schutz mehr", müsste man sich mE damit abfinden, dass solche "Präventionsmaßnahmen" eben wieder eingerichtet werden. Und es mag zwar nervig sein, wenn man in der Bahn "ständig" (?) nach dem Fahrschein gefragt wird, ich finde es aber jedenfalls nicht illegitim. Genau so legitim jedenfalls, wie Kontrollen im Zug, vor dem Theater/Kino oder dass ein Leistungsautomat seine Leistung erst erbringt, nachdem und nicht bevor ich bezahlt habe. Offenbar alles "technische Prävention", die ich damit nicht undifferenziert lobpreisen will...

10.09.2004, 15:55 Uhr

@ anonym

Verstehe ich dich richtig, dass du meinst, dass aufgrund der Schaffner wieder die Strafbarkeit auflebt? Wird nicht mit "Erschleichen" immer gefordert, dass ein aktives Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen vorliegen muss? Wo soll das gegeben sein, wenn ein Schaffner zusteigt oder mitfährt? Meines Erachtens ging es bei der Kritik auch immer um eine überzogene Rechtsprechung und nicht um die Forderung nach "technischer Prävention (was immer das auch sein mag), oder? So kenne ich das aus den Lehrbüchern und Kommentaren. Und "begrüßenswert" finde ich das wirklich nicht, wenn ich ständig nach dem Fahrschein gefragt werde. Ob damit Kosten gespart werden bei den Verkehsrbetriebenwage ich auch zu bezweifeln. Aber in Düsseldorf sind es wahrscheinlich 1-Euro-Jobs.

01.09.2004, 09:23 Uhr von Hefi

technische Prävention

Auch wenn ich die undifferenzierte Lobpreisung der technischen Prävention für gefährlich halte, überzeugt mich der erste Kommentar. Der Begriff der technischen Prävention ist unglücklich, er wird aber verwandt, weil einer der Ausgangspunkte die Wegfahrsperre in Autos war. Es soll der Oberbegriff für alle Maßnahmen sein, die nicht nach einem Warum fragen oder das Verhalten zu steuern versuchen, sondern Fakten schaffen, an denen man nicht vorbeikommt.

31.08.2004, 13:33 Uhr

Re: Minijobs und Technische Prävention

Wenn man wie ein Großteil der Literatur zum § 265a StGB bemängelt, dass das Schwarzfahren nach Rechtsprechung strafbar sein soll, obwohl die Beförderungsgesellschaften ("außerstrafrechtliche") Kontrollmechanismen abgeschafft haben, sollte man es doch einerseits begrüßen, wenn solche Kontrollmechanismen geschaffen werden (wenn man andererseits endlich eingestehen würde, dass ohne solche das Schwarzfahren eben nicht strafbar ist). Ich finde es legitim, dass die Beförderungsgesellschaften (und die diese Gesellschaften haltenden Kommunen) mit solchen Mitteln dafür sorgen, dass nur diejenigen die Beförderungsmittel nutzen, die dazu zivilrechtlich berechtigt sind. Schließlich findet es auch jeder legitim, dass an einem Theatereingang jemand steht, der die Karten abreißt und damit kontrolliert, dass die Vorstellung nur Leute besuchen, die dafür zahlen. (Frage: Was hat das mit "Technischer Prävention" zu tun, von der die Überschrift des Beitrages spricht?)