Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

04.11.2004

Phenomedia - Moorhuhn zum Abschuss frei gegeben

Wer hat es nicht alles gespielt und damit wertvolle Zeit, die man besser zum Arbeiten bzw. Studieren hätte nutzen können, verschwendet - das berühmte Moorhuhn-Spiel. Lustig und gewinnbringend (für die Anleger) war es bis vor ca. 2 1/2 Jahren, als die große Blase wie bei vielen Firmen am Neuen Markt zerplatzte. Und am Dienstag dieser Woche begann das juristische Nachspiel, bei dem sich sechs ehemalige Manager des Spieleentwicklers Phenomedia wegen Steuerhinterziehung, Bilanzmanipulation, Insiderhandel und Erpressung vor Gericht verantworten müssen. Schon vor dem Börsengang wurde das Verkaufsprospekt geschönigt; danach wurden Geschäfte gebucht, die nie stattgefunden hatten. Um die Manipulationen nicht auffliegen zu lassen, wurde ein neuer Bilanzprüfer verpflichtet und letztendlich, als die Aktie nicht mehr zu halten war, haben die Manager aus ihren Aktienpakteten Bargeld gemacht. Nun wird also ein weiterer Fall aufgearbeitet, welcher sich nahtlos in die Reihe von Comroad, EM-TV u.v.a.m. einreiht.


Kommentare

12.11.2004, 18:35 Uhr von Rico

Re: Etwas stark überzogen...

Niemand bezweifelt, dass wir (fast) alle das Spiel gespielt haben. Und niemand bezweifelt, dass wir daran Freude hatten - auch ich. Aber ändert das etwas daran, dass wir die Zeit hätten anders (besser?!?) nutzen können? Dass ich mit der Darstellung das Produkt kritisieren würde und damit dann auch noch gleich die ganze Firma, war und ist mir unklar. Im Gegenteil - es sollte als Lob verstanden werden - immerhin war das Spiel so gut, dass ich es gespielt habe. Und gleichzeitig als Kritik - ich war so willensschwach. In den Dreck gezogen habe ich die Firma jedenfalls nicht - die dafür verantwortlichen Personen müssen sich jetzt vor Gericht verantworten. Und dass dann der Name Phenomedia fällt, liegt ebenfalls nicht an mir, sondern daran, dass die Firma unter diesem Namen weitergeführt wird und sich auf die Erfolge des Namens stützt. (Letzteres bitte wieder ohne beabsichtigte Wertung meinerseits.)

12.11.2004, 16:15 Uhr von Daniel B.

Etwas stark überzogen...

Hallo und einen schönen guten Tag. Die Fakten in diesem Artikel stimmen zwar soweit, jedoch ist die Ausdrucksweise ziemlich daneben. Zitat: "... wertvolle Zeit, die man besser zum Arbeiten bzw. Studieren hätte nutzen können, verschwendet... " Entschuldigung, aber haben das nicht alle gerne gespielt? Haben wir nicht alle unsere Freude daran gehabt? Ich finde es mehr als unfair ein Produkt und damit die gesamte Firma in den Dreck zu ziehen, nur weil einige, nicht mehr im Unternehmen tätige "inkompetenten Menschen" dafür verantwortlich waren...