Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

11.01.2005

Versuchsballon bereits geplatzt?

Es bleibt dunkel, warum Zypies gerade in der Brigitte unter dem Titel "Mehr Chancen für die neue Liebe" plötzlich den Versuchsballon steigen ließ, heimliche Vaterschaftstests pönalisieren zu wollen. Ein Gang über den Flur etwa zum Koalitionspartner wäre vielleicht nicht nur nahe liegender, sondern auch sachgerechter gewesen. Dann hätte sich die Justizministerin vielleicht eher mit dem Vorwurf auseinander gesetzt, (auch) dieser Vorstoß sei der Sparte "populistischer Missbrauch des schärfsten Eingriffsinstrumentariums des Staates, nämlich des Strafrechts" zuzurechnen. Jetzt rudert sie bereits heftig zurück, was nicht als der Beweis für die Kraft der Argumente und der Diskussion verbrämt werden sollte. Bevor man mit der Brigitte redet, wenn man es überhaupt meint, tun zu müssen, sollte die Diskussion im Wesentlichen bereits geführt sein. Nur der Spiegel ist noch immer nicht aufgewacht. Er diskutiert auch heute die geplante Strafvorschrift, so, als stünde diese im Wesentlichen fest. Wäre doch schade, diesen Beitrag einzustampfen, oder?


Kommentare

12.01.2005, 17:20 Uhr von Peer

Wertvolle DNA

Genetische Daten seien "das Wertvollste, das der Mensch hat", sagt Zypries. Da hoffen wir doch, dass sie mit der gleichen Vehemenz gegen die Einführung des DNA-Tests als Standardermittlungsmaßnahme, wie sie gerade auch von Kabinettskolegen gefordert wird, kämpfen wird. Oder verliert alles an Wert, sobald der Staat Anspruch darauf erhebt?