Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

02.06.2005

Abstimmung über die Bedeutung der Evaluation

Von der weit überwiegenden Mehrzahl (73 %) werden die Evaluationen als ein nicht zu unterschätzendes Element bei der Mitgestaltung einer Lehrveranstaltung angesehen. Ein Risiko ist bei der Abstimmung beschrieben worden, nämlich dass ein angenehmer "Kuschelunterricht" möglicherweise an den wahren Erfordernissen vorbei gehen kann, gleichwohl aber überdurchschnittlich gut abschneidet. Ferner wird immer wieder Unmut seitens der Evaluierten geäußert, weil die Ergebnisse stark schwankten. Die Abstimmenden würden beispielsweise auch im Laufe ihres Studiums ihr Abstimmungsverhalten ändern. Daneben gäbe es zahlreiche nicht zu beeinflussende Störfaktoren. Schließlich würden die Studierenden Veranstaltungen nur dann gut bewerten, wenn sie begleitendes Material "abräumen" könnten, auf den Unterricht selbst werde zu wenig Wert gelegt. Nur: Warum so wenig Vertrauen in die Abstimmenden? Ist es sicher, dass sie sich nicht gerade die oben angedeuteten Gedanken machen und damit die Risiken weit geringer zu veranschlagen sind als die motivierenden bzw. konstruktiven Effekte einer homogenen Bewertung?


Kommentare

02.06.2005, 17:58 Uhr

Hmmm

Wenn man einmal von den Fachschaftsevaluationen absieht, die ich irgendwie nicht so aussagekräftig finde, wurden mir bisher zwei Evaluationen angeboten . Dabei fällt auf , dass gerade diejenigen , die eine solche bitter nötig hätten, sich nicht bemüßigt sahen. Im Gegenteil -auf die Idee kommen anscheinend nur die Engagierteren. Es geht ja niemandem um faktisch gute Bewertungen.Die eigentliche Frage - wie heute morgen in der VL von ihnen angesprochen - ist doch eher, warum die Leute nicht mehr kommen oder die Anwesenden sich nicht beteiligen. Diese Fragen ließen sich bei absoluter Aufrichtigkeit in einer Evaluation wohl klären , nur sind sie kaum zu lösen. Um die Präsentation einer Lehrveranstaltung zu optimieren ,sind Evaluationen sicher gut geeignet.Insoweit mag ein valides Ergebnis nämlich effektiver sein, als dass Einzelne direkt auf den Dozenten zugehen. Aber der konstruktive Effekt?Wenn man nichts Konstruktives zu sagen hat , sagt man was Nettes oder dass man die Begleitmaterialien vorher haben möchte , damit man nicht mehr zu kommen braucht. Gibt`s nicht, weil nicht gerade förderlich? Der Unmut wächst , einer aus dem Freundeskreis muss also in der ersten Reihe dösen , um den anderen später zu erzählen , dass auf den Karteikarten auch nichts anderes steht als im parallel unter dem Tisch gelesenen Wessels oder in den AG-Materialien, die Fälle hört man im Zweifel auch zum 3. Mal ... Ich verstehe diese Einstellung nicht , stehe der Güte von Evaluationen aber gerade wegen solcher Ansichten skeptisch gegenüber . Selbst wenn die richtigen Fragen gestellt werden , so heißt das noch lange nicht , dass man die richtigen Antworten erhält. Oh und wenn sie jemals auf die Idee kommen sollten , sich solche Bemerkungen wie "zu liberale Ansichten" als Anregung zu nehmen ...