Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

09.03.2006

WM erfordert unkonventionelle Wege

Dass die WM noch so manches Freiheitsrecht ignorieren oder außer Kraft setzen wird, befürchten viele. Druck und Bedrohungsszenarien führen zu innovativen Ideen - in diesem Bereich meist keine gute Idee. Wenn die Überwachung des öffentlichen Raums polizeirechtlich zu Problemen führt, tritt man ihn eben schlicht für eine bestimmte Zeit an Private ab, auf dass diese die Video-Überwachung übernehmen. Weitere Vorschläge durch eine parteiübergreifende Allianz der Sicherheit werden folgen.


Kommentare

10.03.2006, 14:38 Uhr von RH

zu Morfeld

Schon sehr vorsichtig formuliert: "... im weitesten Sinne geeignet ..." Aber selbst eine solche Eignung ist bei derartigen Gewalttätigkeiten der Videoüberwachung nicht zuzuschreiben.

10.03.2006, 09:19 Uhr von Morfeld

Befürchtungen

Mindestens ebensoviele befürchten allerdings Fan- bzw. Hooliganausschreitungen großen Ausmaßes. Auf die bestehenden Sicherheitsmängel wurde bereits mehrfach hingewiesen. So kam es beispielsweise letzte Woche vor dem Freundschafts(!)spiel Polen gegen die USA in Kaiserslautern zu einer brutalen Schlägerei polnischer Hooligans, obwohl das Spiel für die deutlich verstärkten Polizeikräfte als großer WM-Test galt. Geht man davon aus, dass eine Videoüberwachung im weitesten Sinne geeignet ist, zur Verhinderung solcher Vorfälle zumindest beizutragen, wäre mir als Fan bei der WM ein wenig Videoüberwachung doch lieber als körperliche Beeinträchtigung. Ob die Übertragung an Private zur Umgehung des PolG der richtige Weg ist, muss freilich bezweifelt werden.