Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

07.06.2006

Auswertung der letzten Abstimmung

Seit einigen Tagen bleiben die Zahlen nunmehr stabil: Ca. 50 % mangelt es in Klausuren entscheidend an der Zeit, um die Kenntnisse und Fähigkeiten umzusetzen. Ca. 1/3 der Abstimmungen klagt über zu wenig Wissen. Dieses Ergebnis scheint mir ein eindeutiges Zeichen dafür zu sein, jede sich bietende Gelegenheit für das Schreiben von Klausuren zu nutzen, und zwar unter realen Examensbedingungen. Also ohne Telefonieren, Abendessen, fernsehen mal eben zwischendurch. So erlangt man auch Sicherheit in der Zeiteinteilung, lernt, zwischen dem ausführlichen Gutachtenstil, dem verkürzten Gutachtenstil und dem Urteilsstil zu variieren, und vermag treffsicher zu entscheiden, was man im Zweifel fortlassen sollte, weil eben die Zeit fehlt. Trainingsmöglichkeiten existieren m.E. an der Uni genügende. Wer darüber hinaus noch Bedarf hat: einfach eine Klausur aus einer Ausbildungzeitschrift nehmen, sie unter den oben beschriebenen Bedingungen schreiben und sie von einem Mitglied der Privat-AG korrigieren lassen, danach Besprechung in dieser. Bringt viel, auch die Korrektur.


Kommentare

14.11.2007, 08:55 Uhr von Petrov

qwerfty

it is great!

22.06.2006, 21:22 Uhr von JS

Hausarbeiten und Klausuren...

Gegen die These der (unfairen?) Benachteiligung langsamer Studenten spricht aber mE auch, dass die Ergebnisse in Hausarbeiten (wo ja kein Zeitdruck besteht) und Klausuren nicht signifikant auseinandergehen. Die guten Hausarbeitenschreiber liegen in der Regel auch bei den Klausuren vorn, und umgekehrt.

22.06.2006, 17:14 Uhr

Zeit ist nicht alles

Ist es allzu pragmatisch, zu verlangen, dass ein Student es in 2 Stunden schafft, eine nachvollziehbare, mit Argumenten unterlegte Lösung hinzuwerfen? Es mag überspitzt sein, aber benötigen die fachlich Kompetenten und Befähigten dann als AG-Richter für ein Urteil 12 Monate, weil sie ihren Kopf nicht unter Druck setzen mögen?

22.06.2006, 16:09 Uhr von rh

präsentieren vs. generieren

Präsentiert werden sollten die Streitstände natürlich schon, aber sie können in aller Regel nicht generiert werden.

22.06.2006, 14:58 Uhr

Eigenartig

[quote]Da die Klausur vermutlich ohnehin nicht der Ort ist, Definitionen und Streitstände zu generieren, ...[/quote] Das finde ich ein sehr gewagtes Statement. Gehen doch bei den meisten Korrekturassistenten die Alarmglocken an, wenn Definitionen fehlen ("hier hätten sie den Begriff der Urkunde definieren müssen!") oder Streitstände nicht erkannt werden ("hier hätte ich gerne die 4 ETI-Theorien gehört"). Sie können doch nicht behaupten, in einer Klausur käme es nicht auf die Präsentation von Streitständen an.

21.06.2006, 10:32 Uhr

Zeitprobleme

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch Forschungsergebnisse aus der Psychologie, die belegen, dass manche Leute einfach etwas langsamer sind von ihrer Natur her und schlechter mit Stresssituationen umgehen können. Dies bewirkt dann, dass ein erheblicher Inhalt einer zeitlich stark eingeschränkten Klausur das Zeitmanagement ist, wie auch im Einleitungstext genannt. Noch interessanter ist aber auch, dass es für die Noten bei vielen, vor allem schlecht vorbereiteten und weniger kompetenten, praktisch egal ist, wieviel Zeit man hat. Sie würden auch mit einem vielfachen der Zeit nicht mehr leisten. Wenn man doppelt soviel Zeit geben würde, würden sich also nur die verbessern, die mehr Zeit langsamer sind oder schlecht mit Stress umgehen können. Ist ja auch logisch. Fazit ist, dass durch die an Universtitäten gang und gäbe gewordene starke Zeiteinschränkung also Personen, die schlecht mit Stress und Zeitdruck umgehen können oder langsamer sind, schlichtweg "ausgesiebt" werden. Dabei bleibt die fachliche Kompetenz und Befähigung natürlich völlig unberücksichtigt, was mE sehr fragwürdig erscheint...

17.06.2006, 13:38 Uhr

Der Schwerpunkt also?

Die Frage lautet doch: Warum fallen die schlechteren Klausuren so aus wie sie ausfallen? Ich schätze auch, dass es eher an Kenntnissen mangelt. Wer diese nämlich besitzt, wird im Ernstfall auch zu Potte kommen. Denn nur wer um die Problematik an sich weiß, kann überhaupt gewichten. Wer das trotz seiner Kenntnisse nicht kann und alles hinscchreibt, was ihm einfällt, dem fehlt es ja dann nicht an Zeit, sondern einfach daran, was den guten Studenten vom schlicht fleißigen Studenten abhebt.

13.06.2006, 18:25 Uhr von rh

black & white

Leuchtet ein, dass es nicht auf Ausschließlichkeitsvarianten gehen kann. Mir lag daran, den Schwerpunkt der Schwierigkeiten Ihrer Einschätzung nach herauszubekommen. Da die Klausur vermutlich ohnehin nicht der Ort ist, Definitionen und Streitstände zu generieren, erscheint mir die Abstimmung doch aufschlussreich.

13.06.2006, 14:00 Uhr

Einspruch Euer Ehren

Ich denke bei sehr vielen Personen mangelt es nicht nur an Zeit sondern AUCH am Wissen, denn wenn man sich die einschlägigen Definitionen oder Streitstände während der Klausur erst mühsam erarbeiten muss, kommt man automatisch in Zeitnot. Deswegen würde ich kaum behaupten, dass es der Hälfte an Zeit mangelt, um die "Kenntnisse und Fähigkeiten" umzusetzen, denn dies impliziert, dass "Kenntnisse und Fähigkeiten" vorhanden sind.