Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

02.01.2007

Wenn ...

Wenn einen bei der Hinrichtung eines Menschen, an dessen Verbrechen keine vernünftige Zweifel bestehen, ein Schaudern überkommt, wenn man mit einer Aufschiebung auch um wenige Wochen im Moment zufriedener gewesen wäre, wenn man die Hinrichtung im Morgengrauen eher mit Argwohn denn mit Erleichterung aufnahm, spätestens dann ist es für Menschen mit diesen Empfindungen geboten, gegen die Todesstrafe wieder und wieder laut aufzuschreien.


Kommentare

16.01.2007, 17:08 Uhr von rh

Läuft was schief?

Saddam wird verhöhnt und während der Hinrichtung gefilmt, seinem Halbbruder der Kopf abgerissen. All diejenigen, die die Todesstrafe nicht entsetzt ablehnen, sollen schweigen. Ist doch alles funktional in der Logik einer derartigen Praxis: Rache, Öffentlichkeit, Tod auf welche Weise auch immer.

13.01.2007, 13:25 Uhr von Pünktchen

Tiefstes Mittelalter

- Und das Perverse ist, dass man heute zugucken kann, während man beim Essen sitzt... Man kann versuchen, sich einzureden, dass das doch tiefstes Mittelalter ist, aber der Blick in die USA reicht schon...-Und wenn es die Todesstrafe in Deutschland gäbe, es fänden sich Leute, die das befürworteten. Nicht nur, dass es sich von selbst verbietet, was versprechen sich manche "Menschen" davon?

08.01.2007, 20:45 Uhr von rh

kein besseres Argument gegen die Todesstrafe

Ähnlich wie oben wird auch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung argumentiert: Es gibt kein besseres Argument gegen die Todesstrafe, als Zeuge einer Hinrichtung zu werden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,458182,00.html

05.01.2007, 10:27 Uhr

anderer Grund

weitere Gerichtsverfahren sollten unbedingt vermieden werde, denn dann wäre zur Sprache gekommen in welchem Masse Saddam Hussein in der Vergangenheit Unterstützung erhalten hat. Speziell während des Krieges zwischen Irak und Iran erhielt Saddam Hussein massiv Unterstützung der USA.