Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

30.01.2007

Voodoo-Kriminalpolitik

Wenn man sich ab und zu unschlüssig ist, ob denn mal wieder ein Artikel über den Überwachungswahn angezeigt sei oder dieser nicht doch langweile, kann man problemlos einen kriminalpolitischen Vorschlag aus der Hamburger Politik einstreuen - und ist sich auch wieder unsicher, ob man ihn wirklich bringen soll, ruft doch auch er bei nahezu jedem gleichfalls einen Gähnreflex hervor. Warnschussarrest für Jugendliche und Anwendung des Erwachsenenstrafrechts auf Heranwachsende haben wir irgendwann schon mal gehört. Soll man sich darüber vor kriminologischer Perspektive wirklich aufregen oder wie ein träger Hund im Hochsommer während der Mittagszeit allenfalls kurz den Kopf heben und das rechte Auge einen Spalt weit öffnen. Da diese Assoziation trotz eines klimatischen Katastrophen-Januars - landläufig Rekordmonat genannt - doch schwerfällt, regen wir uns mal kurz auf, nicht ohne fair und respektvoll zu vermerken: "Eindämmung von Jugendgewalt" klingt wesentlich eleganter als eine Bekämpfung. Fast wie mit dem Florett gefochten.


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