Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

24.04.2007

Mikrowellenartig erhitzte Vierteljuristen

"...Die Bachelors des Rechts, mikrowellenartig erhitzte Vierteljuristen, die man nach sechs Semestern aus der Universität jagt, werden ein pseudo-akademisches Proletariat darstellen, das, mangels jeglicher fundierter Ausbildung, niemand brauchen kann: ihm steht, wenn es mit dem Job in der Gerichtskantine nichts wird, nur noch eine Karriere in einer der politischen Parteien offen. ..." [Zaczyk, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2007, S. 8]


Kommentare

10.01.2009, 15:27 Uhr von Kenton Patton

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hi wm3oo6qjqfzvg7bd good luck

09.01.2009, 02:40 Uhr von Landon Russell

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hi wm3oo6qjqfzvg7bd good luck

28.05.2007, 11:46 Uhr

Adrian

Schluss mit dem Staatsexamen, schluss mit dem endlosen juristischem Studium, das aus uns allen Fachexperten oberflächliche kaltschnäuzige Studenten und Studentinnen nach sechs Jahren intensiver Arbeit in juristische Fallmaschinen, des Juristen aller höchstes Ziel und zukünftiger Arbeitsalltag, wandelt. Wo bleibt die Lebens- und Entdeckungslust, wo bleibt der Bachelor der uns Juristen von der Fachidiotie erlöst um uns nach drei Jahren der Arbeit andere Gebiete entdecken lässt und uns die Möglichkeit bietet nicht wie strebende Wölfe, nach wahren Fällen ausgehungerte verstörte Hyänen, dem zweiten Staatsexamen entgegenzufiebern.

04.05.2007, 15:10 Uhr

RA

Meine Damen und Herren, das Problem besteht im Versuch, durch neue Namen (bachelor) inhaltliche und strukturelle Reformen (der jur. Ausbildung) herbeizuführen und nachzuweisen. Das wird nicht verfangen, klar. Die Ausbildung der deutschen Juristen wird (wie die in anderen Disziplinen auch) vom Vorrang der Marktfähigkeit geprägt. Ja? Oder doch nicht? Was bewegt und bewirkt die Anforderung: Lerne so, daß Du marktfähig wirst? Nicht zwingend geistige (=juristische) Trennschärfe (Dr. Egon Schhneider: Denken ist Trennen!). Mit dieser nun wiederum ist es wie mit dem Wachstum (frei nach Otto Graf Lambsdorf: Wachstum ist nicht alles, aber ohne Wachstum ist alles nichts). Man ersetze nun Trennschärfe durch Wachstum, und siehe da... Nur, ganz ehrlich: Wo werden denn in diesem Sinne ÜBERHAUPT Juristinnen und Juristen in Deutschland ausgebildet? Auf unseren Universitäten? Meine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen, Sie denken, das Studium sei hart, und Sie haben ja auch recht, aber seien Sie gewiß: Das Schlimmste kommt erst noch. Sie werden nämlich feststellen, daß sie ein entehrend blödes und blödsinniges Studium im Kielwasser professoraler Präpotenz nur desdwegen über sich haben ergehen lassen, um nachher als sog. Praktiker hilflos wie ein Säugling zu sein. Wenn Sie die Versatzstüke gesunden Menschenverstandes, die Ihnen geblieben sind, mit dem wenigen, was Sie im Laufe des Studiums jemals berührtt hat, zusammennehmen, Ihren Glauben behalten und Ihre Zuversicht nicht verlieren, haben Sie die Chance und gleichzeitig alles, was Sie brauchen, um ein/e gute/r Jurist/in zu werden. Aber geben Sie sich nicht dem Wahn hin, Sie hätten "es" gelernt. Das haben Sie nicht. Sie sind nur von der vermeintlichen Elite des Landes um Ihre Jugend betrogen worden. Mehr ist nicht geschehen. Sehen Sie es als was es ist, ein Verbrechen an der Jugend, an Ihrer Zukunft, der Diebstahl eines Lebensalters. Und dann sehen Sie nie wieder zurück, sondern immer nur nach vorn, glauben Sie nur noch an Gott und an sich selbst, und warten Sie auf das zweite Mal im Leben. Es kommt nicht für jeden, der sich an Ihnen versündigt hat. Aber für manchen. Und dienen Sie den Menschen, mit Stolz und ohen gebücktes Haupt und gestreckte Zunge. Sie werden vielleicht nicht Milliardäre -anders aber meist auch nicht. Und wenn schon? Es gibt auf dieser Welt vorwiegend ... auch und gerade unter Anwälten. Es geht darum, keines zu sein, und unter den Mandanten die rauszufinden, die keine sind. Mehr ist es nicht, weniger aber auch nicht. RR.

03.05.2007, 12:07 Uhr von Mike

Pseudovorbilder

Hier werden wirklich Pseudovorbildern nachgerannt. In den USA braucht man 7 Jahre um letztlich mit dem JD abschließen zu können. GB und Irland haben zwar einen Bachelor, der ist aber teilw. vierjährig und eine Art Ref. gibt es auch. Bei den Medizinern kommt doch auch keiner auf die Idee einen 3-jährigen Bachelor of Health einzuführen, bei dem man dann einen optionalen Master of Herz und Lunge draufsatteln kann.

03.05.2007, 01:13 Uhr von Tobler Rone (stud. iur.)

Wer nichts wird, wird Politiker

Was wir uns bei dieser Debatte doch wirklich fragen müssen, ist was der deutsche Juristenausbildung ihr Renomee verleiht- meiner Meinung ist das eine konsequente Ausbildung gerade als Generalisten und Wissenschaftler. Wenn wir jedoch weiterhin die Universität zu einer besseren Fachhochschule degradieren und so z.B. die, für die späte Verwendung vermeintlich irrelevanten, Grundlagenfächer in aller Konsequenz streichen, können wir den Wettbewerbsvorteil Deutschlands hinsichtlich des Rechts auch offen aufgeben und idealerweise das anglo-amerikanische Fallrecht bei uns anwenden. Da kann man sich die Abstraktion dann gleich ganz sparen und wir gehen einfach auf die Zeit vor den Legal Realism und behaupten, das Recht stünde einfach so im Raum und müsse also nur gefunden werden. Wissenschaft können wir uns dann schlichtweg sparen, oder wie das Institut so treffend bemerkt hat, kann man zusammen mit der Forschung auch gleich die Lehre wegen vermeintlicher Exzellenz (die ich ihnen nicht einmal absprechen möchte, im Gegenteil) einstellen. Das wäre dann das Ende der deutschen Soft Power wie Nye sie bezeichnet hat- siehe Asien, Osteuropa und Afrika, dann würden sicher nicht mehr die dort führenden Köpfe in der Rechtswissenschaften nach Deutschland zum Studium kommen und somit auch nicht ihre Studenten (die häufig später wichtige Positionen in Wirtschaft und Staat einnehmen) beeinflussen- dass man in Deutschland aber auch wenig Ahnung von solchen Aspekten hat, zeigt sich bei der Finanzierung der Goethe-Institute...

30.04.2007, 09:18 Uhr von Uganda

Aufregung gibt es!

Doch über diese Praxis wird sich seit Jahren aufgeregt, nur eben in der Politik nicht. Die Medien bilden nur das unsägliche Gerede der Politiker vom Allheilmittel "Bologona-Prozeß" für unsere (teilweise) krankenden Universitäten ab! Kritische Stimmen werden gar nicht oder allenfalls in Nebensätzen erwähnt. Daß, wie Zazcyk es beschreibt, der Rechtsstaat, ergo die Mandanten usw., und vor allem die Studenten darunter zu leiden haben, wird nicht besonders gerne gehört.

26.04.2007, 12:32 Uhr

keep cool

Ich verstehe die Aufregung auch nicht, ein neuer Name für eine seit Jahren forcierte Praxis, gegen die sich keiner groß aufgeregt hat. Wir Studenten übrigens ja auch nicht.

26.04.2007, 08:13 Uhr

Verkürzung, Verschulung, Verblödung

Was passiert denn mit dem Studium seit Jahren? Verkürzung, Verschulung und als Folge ...

25.04.2007, 23:14 Uhr von Filtor

ehrlich gesagt...

...halte ich es für unsinnig, an der geplanten Gegenreform ausgerechnet die mangelnde spätere Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt zu kritisieren. Da darf man sich getrost darauf verlassen, dass diejenigen, die Juristinnen und Juristen anstellen wollen, schon in die Pläne eingeweiht sind. Jedenfalls macht hier das Angebot die Nachfrage: nach einer gewissen Übergangzeit gibt es nur noch solche Bachelor- und (weniger) Master-Leute, also nimmt man die. Kritik muss inhaltlich sein: Verkürzung, Verschulung und Verblödung sind das Gegenteil von wissenschaftlich fundiertem Studium, das Menschen ermöglicht, kritisch zu denken.

24.04.2007, 12:05 Uhr

aufgeplustert

Und? Ist es zur Zeit etwa wesentlich besser?