Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

02.08.2007

Razzia in Berlin

Wie viel Polizeibeamte braucht man, um von einem Menschen die Personalien aufzunehmen? In Berlin sind es gut 19, das heißt 600 Polizeibeamte für 31 Personen. Dies war das Aufgebot, das am Morgen des 1. August ein Mietshaus in Berlin-Mitte stürmte, um aufgrund eines Gerichtsbeschlusses auf Veranlassung des Eigentümers festzustellen, wer dort eigentlich wohnt. Der Sinn dieser Aktion liegt für den Eigentümer darin, dass er nur namentlich bekannte Personen aus seinem Haus hinausklagen kann.

Die Anzahl der Beamten mag auf den ersten Blick viel erscheinen. Jedoch darf bei organisierter Mietkriminalität nicht gekleckert, sondern es muss geklotzt werden. Das sofortige (bereits drei Monate nach Erlass des gerichtlichen Beschlusses) Agieren der Polizei mit massiven Mitteln dient auch der Abschreckung anderer Mietkrimineller, die wie im Berliner Fall von mündlichen Verträgen und ähnlichem daherfaseln.

Zu wünschen bleibt Berlin dennoch, dass keine Wohnungsbaugesellschaft eine ähnliche Vorgehensweise wählt. Ab ca. 1000 Mietern könnte es knapp werden!


Kommentare

09.08.2007, 09:05 Uhr von Sven

EX ANTE!

Wieviele sind denn in Ordnung? Schwer zu sagen. Der Artikel sagt nichts über die Größe des Mietshauses, die potenielle Höchstzahl der Bewohner usw. Die Anwesenheit von 31 Mietern jedenfalls dürfte als ex post-Feststellung ungeeignet zur Prüfung der Geeigentheit/Angemessenheit der polizeilichen Maßnahme sein.