Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

19.11.2008

von unseren Nachbarn lernen

Oder lernen sie doch von unserer Tradition? Egal, wir spornen uns wechselseitig zu Höchstleistungen an. Jetzt zeigt uns Südkorea, wir die Gesellschaft zu einer solchen von Whistleblowern werden kann. Einfach eine Prämie ausgesetzt und schon ist das Werfen von Kaugummi aus dem Auto oder das kostenlose Abgeben von Einkaufstüten gefilmt. In Crashkursen sind die Techniken der Denunziation schnell erlernt. Das Praktische: Die Denunziationsforschung besagt, dass persönliche Motive bei der Denunziation im Vordergrund stehen. Vielleicht kann also bald auf die Prämie verzichtet werden, es funktioniert auch so.

Eine Erweiterung schwebt uns freilich noch vor: Warum auf Ordnungswidrigkeiten beschränken? Es gibt so viele Umgangsformen in der Gesellschaft, die einfach nicht angemessen sind. Sie sollten auch gemeldet und dann natürlich verfolgt werden.


Kommentare

26.11.2008, 10:05 Uhr

Fehlender Sarkasmus?

Ich hoffe einfach mal ganz fest, dass ich die Ironie und den Sarkasmus einfach überlesen habe. Wenn es schon anfängt das jeder sich vor seinem Nachbarn fürchtet, weil dieser ihn denunzieren könnte, haben wir bald wieder Zustände wie in der DDR. Vielleicht sollten wir auch wieder einen Blockwart einführen. SO das war jetzt Sarkasmus!

19.11.2008, 13:02 Uhr von Estehvaugeh

wiebitte?

Na wenn das mal nicht unglaublich ist... ich würde es eher als krank bezeichnen! Wie kommt man dazu, soetwas zu machen? Meiner Meinung nach ist das Volksverhetzung und das von Seiten des Staates. Ich frage mich, ob nicht die Autorität des Staates in den Hintergrund gedrängt wird, da ja jetzt jeder Bürger sich von einem anderen beobachtet und kontrolliert fühlt. Kann die Rechtslage überhaupt so sein, dass jeder Bürger das Recht hat, einen anderen zu fotografieren/filmen?