Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

22.11.2008

Broken windows und die Überzeugungskraft monokausaler Zusammenhänge

Lange haben wir nichts mehr vom angeblichen theoretischen Unterbau des Kampfes für Sauberkeit, soziale Angepasstheit und gegen Verwahrlosung gehört: der sog. Broken-Windows-Theorie. Danach sollen Phänomene wie ein zerbrochenes Fenster in einem leerstehenden Haus zu einer völligen Verwahrlosung führen. Praktische Konsequenz dieser theoretischen Grundannahme ist die Zero-Tolerance-Politik, durch die es Giuliani erstmals in die Schlagzeilen schaffte.

Jetzt haben niederländische Forscher in sechs Experimenten angeblich empirische Hinweise auf die Richtigkeit der Broken-Windows-Theorie geliefert:

Und gleich noch eins draufgesetzt: Der Effekt ließe sich auch auf Kleinkriminalität übertragen.

Wir haben Michael Jasch von der Universität Frankfurt im Rahmen unseres Newsletters dazu befragt, ob wir die bekannte und intensive Kritik an Broken Windows und Zero Tolerance nunmehr relativieren müssen.


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