Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

15.06.2009

Das Spiel mit der Statistik

Die sog. Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist einmal mehr erschienen, diesmal für das Jahr 2008. Und es ist immer das gleiche Spiel. Irgendwelche Tatverdächtigenzahlen sind gesunken, das heißt die Bundesrepublik Deutschland ist nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt. Irgendwelche Fallzahlen sind gestiegen, das bedeutet hier besteht weiterhin Handlungsbedarf und überhaupt ist das zahlenmäßige Niveau der Straftaten zu hoch. Die meisten Medien sind natürlich dabei mit Überschriften wie „Kriminalität in Deutschland geht zurück“ oder „Gewalt auf den Straßen nimmt zu“, je nach dem was gerade die bessere Schlagzeile ausmacht.

Dass die Zahlen nichts mit der Entwicklung von Kriminalität zu tun haben, wird kaum gehört, obwohl sich Kriminologinnen und Kriminologen schon eine gefühlte Ewigkeit darum bemühen, die Aussagekraft der PKS ins rechte Licht zu rücken. Es ist keine Kriminalstatistik, sondern eine Tätigkeitsstatistik. So sollte sie auch konsequent genannt werden, wie das der Kriminologe Ulrich Eisenberg tut. Und daher geht es eben in dieser Statistik auch nur darum mit welchem Aufwand und welcher Ausrichtung die Polizei ermittelt, was und wie sie erfasst und wie es von den zuständigen Behörden interpretiert wird.

Einen Anflug von differenzierender Betrachtung muss man doch auch von größeren Medienplattformen erwarten können.


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