Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

11.08.2009

u-asta und Rektorat verwalten und kürzen Studiengebühren Hand in Hand

Eine solche Harmonie rührt unser Herz. Hat die Sonne aus bestimmten Gehirnen gebrannt, dass Studiengebühren im Verein mit dem Rückzug des Landes aus der Finanzierung des für eine Universität Notwendigen das eigentliche Problem sind? Wir haben dies in der unten angegebenen News im Juni thematisiert.

Wir dürfen noch einmal mit schreckgeweiteten Augen aus der "gemeinsamen Presseerklärung" zitieren: „Die Kürzungsdebatte hat verdeutlicht, welche enorme Rolle die Studiengebühren mittlerweile in der Finanzierung der Universität Freiburg spielen. So binden Grundaufgaben und mittlerweile als Standard etablierte Einrichtungen einen Großteil der Mittel. Kürzungen bergen also ein erhebliches Konfliktpotential.“, so Lisa Oster, designierte u-asta-Vorsitzende. „Gerade vor diesem Hintergrund schätzen wir die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rektorat und glauben, dass dieser vertrauensvolle Umgang ein Modell für die Zukunft sein kann.“

Kürzungen mögen auch ein Problem sein, sie sind aber eine schlichte Folge des Übels. Daher ist es zu kurz gesprungen, wenn man sich auf die Thematisierung der Kürzungen beschränkt, noch dazu, wenn u-asta und Rektorat ja in vertrauensvoller Zusammenarbeit alles im Griff haben und nunmehr das wieder eingedampft wird, was offensichtlich ohnehin nicht zu den Kernaufgaben der Lehre gehörte, sondern nur die Lehre garnierend arrondierte.

Schon immer sind wir dafür eingetreten, das Kerngeschäft der Universität solide und ohne großes Brimborium zu unterstützen. Wer hierfür auf Studiengebühren setzt, macht dies nicht, weil er auf für die Finanzierung nicht Zuständige baut, wer die Lehrstühle auf Drittmittel verweist, stiftet möglicherweise zur Untreue an, weil Drittmittelprojekte eben nicht das Kerngeschäft der Universität befördern darf. Jetzt gibt es u.a. eine Stellensperre, und damit wird es schlimmer, als es ohne die Studiengebühren war. Weil man sich von einem schlechten Institut und dem vorübergehenden Geldsegen blenden ließ und einen Servicereich zu zimmern begann, ohne sich bewusst zu werden, dass der Gegenstand damit nicht automatisch wächst.

Glückwunsch, u-asta. Harmonie lässt gut schlafen.


Kommentare

14.08.2009, 15:29 Uhr von Studentin

Kein Wunder

Dieser Beitrag wird für viele Nahestehende des u-asta vermutlich bitter gewesen sein. Wer den BZ-Artikel von heute gelesen hat, weiß auch, dass Lisa Oster glücklicher zitiert werden kann, als dies im Beitrag von RH geschehen ist. Andererseits ist es kein Wunder, dass die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" von Rektorat und Studierenden auf Kritik stößt. Vielleicht sollte sich die Studierendenvertretung demnächst in der Mensa mal fragen, welche UnimitarbeiterInnen an den umliegenden Tischen sie da - gemeinsam mit dem Rektorat - eigentlich gerade gefeuert hat. Es sollten alle, die zur Uni gehören, heftiger gegen Kürzungen des Landes protestieren - und zwar gemeinsam.