Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

13.10.2012

Und weiter geht es mit der Panikmache

Fast könnte man an eine konzertierte Aktion denken, die die ach so kritische Badische Zeitung bereitwillig Woche für Woche abdruckt: erst der Ministerpräsident, dann der OB, nun die Polizei in Person von Harry Hochuli, engagierter und nimmermüder Kämpfer für ein Alkoholverbot (zumindest) im Bermudadreieck. Und da - wie beschrieben - weder die Judikatur noch die Parteibasis so richtig spuren, wird jetzt an die Ängste der Bevölkerung appelliert: "Wir haben eine Sicherheitslücke".

Und wieder einmal wird eine dramatisch sich verschlechternde Situation beschworen. Ob es nun die Polizei oder die Presse ist, es geht wild durcheinander. Und langsam werden wir ein wenig müde, gebetsmühlenartig auf die Fehler zu verweisen: Nein, die Polizei registriert keine Straftaten, sondern Verdachtsfälle, hinsichtlich derer sie auch die Definitionsmacht besitzt. Während früher ein direkter Kausalzusammmenhang zwischen Alkohol und Kriminalität behauptet wurde, verweist Hochuli nunmehr auf den "Hormonhaushalt". Bei einem beschriebenen so dramatischen Personalengpass muss anscheinend die Polizei nun die Rolle eine All-Sachverständigen übernehmen. Oder aber es ist einfach Populismus, worauf wir dann auch gerne verzichten würden.

Und einmal mehr geht es um einen Mix aus Gewalt, Lärm und Unrat, der einfach "weg muss". Wie wäre es damit: Einfach mal weg mit diesen Menschen, die sich in der Stadt herumtreiben. Na gut, außer am "Megasamstag", dem coolen Shopping Event.


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