Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

04.05.2017

Voting – erhöhte Polizeipräsenz in Freiburg

Schon seit längerer Zeit läuft unser Online-Voting, in dem wir Sie fragten, was Sie von 25 zusätzlichen PolizistInnen in Freiburg halten, die das Sicherheitsempfinden erhöhen sollen. 268 und damit 51 % sehen diese Reaktion aus Stuttgart auch auf jüngste gravierende Verbrechen in Freiburg „mehr als angemessen“ an. 30 % (158) hingegen verweisen darauf, dass das Sicherheitsempfinden eher von sozialer Unsicherheit beeinflusst werde. 19 % und damit 99 Abstimmende befürchten, dass diese zusätzlichen PolizistInnen gravierende Straftaten nicht werden verhindern können.

Auch im letzten NL sind wir wieder auf die insoweit angesprochene Problematik eingegangen und haben die These zu untermauern versucht, wonach das Sicherheitsempfinden nicht unwesentlich von sozialer (Un-)Sicherheit beeinflusst wird. Wir gehen ferner davon aus, dass eine erhöhte Polizeipräsenz jedenfalls die meisten Kapitalverbrechen nicht wird verhindern können, insbesondere auch deshalb, weil diese in aller Regel (und vielleicht erschreckenderweise) im sozialen Nahbereich und damit meist nicht im öffentlichen Raum stattfinden. Die beiden jüngeren potenziellen Totschlagsfälle in Freiburg und Endingen mögen insoweit eine Ausnahme darstellen, zeigen aber auch, dass sie auch durch eine weiter erhöhte Polizeipräsenz vermutlich nicht hätten verhindert werden können.

Ob man also vor diesen Erkenntnissen mehr Polizei auf den Straßen von Freiburg als beruhigend oder beunruhigend ansieht, hängt maßgeblich von der eigenen politischen Einstellung ab – und vermutlich vom Auftreten der PolizistInnen. Sind sie eher AnsprechpartnerInnen oder beteiligen sie sich an proaktivem Vorgehen gegen die üblichen Verdächtigen?

In unserem neuen Voting wollen wir mehr über Ihre Einstellung zur Videoüberwachung erfahren.


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