Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

27.11.2018

Julians Katze II

Von Roland Hefendehl

Wir fühlen uns ein wenig mitschuldig: Kaum nehmen wir uns der Botschafterkatze von Julian Assange im Newsletter an und beleuchten die auch insoweit etwas ambivalente Vergangenheit von Assange, der sich bereits mit dem Kater von Domscheit-Berg zoffte. Kaum setzen wir uns gegen einen erbosten Leserbrief zur Wehr, der uns gar einen Verstoß gegen den elementaren Grundsatz „in dubio pro reo“ vorwarf, und bleiben bei unserer kritischen Grundhaltung gegenüber dem Leberkäs-Monster.

Und schon verändern sich die Rahmenbedingungen grundlegend. Die Katze ist weg! Dies lesen wir treffenderweise im angesehenen Organ „Daily Beast“. Angeblich wollte ihr Assange nicht länger ein solch trostloses Leben in der Botschaft zumuten. Hier noch ein Bild aus glücklichen Tagen. Oder steckt doch die kneblerische Regelung 32 der ecuadorianischen Botschaft in London dahinter, die bei aller Bescheidenheit erst wir in voller Länge veröffentlichten (vgl. noch einmal den Newsletterbeitrag mit der Übersetzung, der auch das spanische Original enthält).

Eigentlich wollten wir, unserer Integrität verpflichtet, diese Meldung erst einmal bestätigt wissen, zum Beispiel von Theresa May oder zumindest Lenín Moreno. Aber das wird schon stimmen, auch dass Assange ganz dünn geworden ist und wir ihm schon deshalb die fiese Essensaufteilung in längst vergangenen Zeiten nicht länger vorhalten wollen. Welch bittere Ironie unseres Schlusssatzes der Eilmeldung im Newsletter: „Alles Gute, James.“

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