Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

02.04.2019

Kriminalitätsrückgang in Freiburg: Ein Erfolg der Sicherheitspartnerschaft?

Von Jakob Bach

Am Montag, den 25. März, wurde in Freiburg die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Auch im vergangenen Jahr war Freiburg erneut die kriminellste Stadt in Baden-Württemberg, vergleicht man die Häufigkeitszahlen. Allerdings sank die Zahl der registrierten Straftaten, wie bereits im Vorjahr, auf nunmehr 25.551 Fälle. Einen starken Rückgang von 16 Prozent ließ sich insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität verzeichnen.

Der scheidende Polizeipräsident Bernhard Rotzinger war offensichtlich schon im Wahlkampfmodus und präsentierte nicht lediglich die Zahlen, sondern machte sich  gleich an die Interpretation. Der Rückgang der Tatverdachtsfälle in den vergangenen zwei Jahren gebe Anlass dazu, die Sicherheitspartnerschaft zwischen der Stadt und dem Land als großen Erfolg zu feiern. Die Erhöhung der Polizeipräsenz und die Einrichtung einer neuen Ermittlungsgruppe seien als Ursachen für den Straftatenrückgang anzusehen.

Wir müssen jedoch mal wieder etwas Wasser in den Wein gießen und konstatieren, dass die Polizei einen Kausalzusammenhang zwischen erhöhter polizeilicher Präsenz und Straftatenrückgang lediglich behauptet. Empirische Nachweise hierfür fehlen indes.

Jakob Bach hat im Interview bei Radio Dreyeckland versucht, die begrenzte Erklärungskraft der Polizeilichen Kriminalstatistik, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen der Sicherheitspartnerschaft, aufzuzeigen.


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