Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

22.07.2019

Die Logik der Niederlage

Von Roland Hefendehl

Nach D, wie Dresden, kommt H, wie Hamburg oder Heidelberg. Moment mal, liegt im Alphabet nicht noch das F dazwischen?  Stimmt, aber Freiburg bleibt weiterhin der Zutritt zum Exzellenzzirkus versperrt. Ohne Umschweife lässt der Rektor den Ton der Live-Verkündung der sog. Exzellenzuniversitäten nach dem H abdrehen. Wen interessiert als Verlierer noch, wie oft M, wie München, dabei ist und ob K, wie Konstanz, kurioserweise wieder berücksichtigt wurde? Man kann es mit der Fairness auch übertreiben.

Sich nun gegen die Mechanismen der Exzellenzzuschreibung und den Exzellenzwahn (zumindest teilweise in diese Richtung die SZ) selbst zu wenden, wäre nicht sonderlich glaubhaft gewesen und wird dann auch gar nicht versucht. Man beschränkt sich darauf, die Nichtberücksichtigung trotzig als ungerecht und enttäuschend zu brandmarken.

Die Nichtberücksichtigung von Freiburg wird natürlich nicht die Exzellenzinitiative als solche in Frage stellen, die umgekehrt nicht lediglich diie elf Siegerinnen als Erfolg feiern. Aber sie böte für Freiburg selbst eine Chance, die dramatischen Schieflagen zwischen Forschung und Lehre und die Hierarchisierung der Wissenschaft nach von oben vorgegebenen Standards nicht weiter zu befördern und einen aufgeblähten Exzellenzapparat zugunsten der grundständigen Forschung und Lehre abzubauen.

Das Gegenteil ist leider zu befürchten: Eine in ihrer vorgeblichen Ehre gekränkte Universität wird noch mehr am Rad drehen und es den anderen Exzellenzuniversitäten zeigen wollen statt einfach mal innezuhalten..Und so werden die geschaffenen Strukturen und Mechanismen weiter verwendet werden.


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