Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

Wenn bei mehreren Bedingungen jede zwar alternativ, aber nicht kumulativ hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele, handelt es sich um einen Fall ...

  • ... der sog. Doppelkausalität.
  • ... der sog. kumulativen Kausalität.
  • ... der sog. alternativen Kausalität.

In dieser Konstellation wirft die conditio-sine-qua-non-Formel in ihrer Basisversion Probleme auf. Denn wir könnten uns eine Bedingung wegdenken, und der Erfolg träte noch immer ein.

Bei kumulativer Kausalität bewirken mehrere unabhängig voneinander gesetzte Bedingungen erst durch ihr Zusammentreffen den Erfolg.

Bei Doppelkausalität (das ist m. a. W. alternative Kausalität) wirken mehrere unabhängig voneinander gesetzte Bedingungen zusammen. Jede ist jedoch für sich allein schon zur Erfolgsherbeiführung ausreichend.

Die Lehre von der gesetzmäßigen Bedingung müsste derartige "Winkelzüge" gar nicht erst vollführen.