### **Tags**
Gebrauchsdiebstahl; unbefugte Ingebrauchnahme; Kraftfahrzeug; Eigentumsdelikte; Straßenverkehrsdelikte; Konkurrenzen; Subsidiarität; Schutzrichtung; relative Subsidiarität; Kraftstoff
### **Problemaufriss**
Nach [§ 248b ](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)macht sich strafbar, wer ein Kraftfahrzeug gegen den Willen des Berechtigten in Gebrauch nimmt, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. [§ 248b ](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)enthält also eine Subsidiaritätsklausel.
Fraglich ist, ob [§ 248b ](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)gegenüber allen Delikten mit höherem Strafrahmen subsidiär ist.
### **Problembehandlung**
**Ansicht 1:** Die **Subsidiarität kann nur gegenüber Delikten mit der gleichen oder ähnlichen Schutzrichtung** gelten (relative Subsidiarität). **[§ 248b](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)** tritt damit vor allem hinter Eigentums- (<strong>[§ 242](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__242.html)</strong>, <strong>[§ 246](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__246.html)</strong>) und Vermögensdelikten (<strong>[§ 253](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__253.html)</strong>, <strong>[§ 263](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html)</strong>, <strong>[§ 266](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__266.html)</strong>) zurück. Zu Delikten mit **anderer Schutzrichtung** (so etwa <strong>[§ 315c](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__315c.html)</strong>, <strong>[§ 316](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__316.html)</strong>, <strong>[§ 230](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__230.html)</strong>, **[§ 222](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__222.html)** oder <strong>[§ 21 StVG](https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__21.html)</strong>) besteht dagegen regelmäßig <strong>Ideal- oder Realkonkurrenz</strong>, wobei es dabei nicht auf die Höhe der Strafandrohung ankommt. (TK-StGB/<em>Bosch</em>, 31. Aufl. 2025, § 248b Rn. 13 f.; *Fischer* StGB, 72. Aufl. 2025, § 248b Rn. 11)
**Kritik:** Dies sei ein Verstoß gegen <strong>[Art. 103 II GG](https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_103.html)</strong>. Der Wortlaut ist die oberste Grenze der Auslegung und eine Analogie zu Lasten des Täters ist nicht zulässig. Aus dem Wortlaut ergebe sich klar, dass **[§ 248b](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)** gegenüber sämtlichen Delikten mit einer höheren Strafe subsidiär sei. (MüKoStGB/<em>Hohmann</em>, 5. Aufl. 2025, § 248b Rn. 26)
**Ansicht 2:** **[§ 248b](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)** ist <strong>zu allen Delikten mit höherem Strafrahmen subsidiär</strong>. Eine Einschränkung durch die Schutzrichtung der Norm ist nicht zulässig. In Betracht kommt daher beispielsweise, dass [§ 248b ](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)hinter fahrlässiger Körperverletzung gem. <strong>[§ 229](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__229.html)</strong>, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs gem. <strong>[§ 315 I, III Nr. 1 und 2](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__315.html)</strong>, Trunkenheit im Verkehr gem. **[§ 316](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__316.html)** und Fahren ohne Fahrerlaubnis gem. **[§ 21 StVG](https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__21.html)** zurücktritt. (MüKoStGB/<em>Hohmann</em>, § 248b Rn. 26; Lackner/Kühl/Heger<em>/Heger</em>, 31. Aufl. 2025, § 248b Rn. 6)
**Kritik:** Die Subsidiaritätsklausel sei nur gegenüber Delikten mit gleicher oder ähnlicher Angriffsrichtung sinnvoll (TK-StGB/<em>Bosch</em>, 31. Aufl. 2025, § 248b Rn. 13). Werden dagegen andere Delikte mit anderer Schutzrichtung mitverwirklicht, sei es allein sachgerecht, auch aus [§ 248b ](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__248b.html)zu bestrafen. Ansonsten fände die Beeinträchtigung des Gebrauchsrechts keinerlei Ausdruck. Auch stehe der weite Wortlaut der Deutung der Subsidiaritätsklausel im Sinne einer relativen Subsidiarität nicht entgegen. (<em>Wessels/Hillenkamp/Schuhr</em> StrafR BT II, 47. Aufl. 2025, § 12 Rn. 494)