Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

Bandredaktion und Mitautorenschaft

Der Münchner Kommentar zum StGB

Den Münchener Kommentar kennt man in erster Linie aus dem Zivilrecht. Er hat sich hier seit langer Zeit einen festen (Spitzen-)Platz sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft erobert. Denn die Kommentierungen sind so verfasst, dass sie gut lesbar sind (bisweilen können sie auch wie ein Lehrbuch verwendet werden), sie gehen einem dogmatischen Streit nicht aus dem Wege und bekennen Farbe, sie lassen einen aber auch auf der Suche nach Lösungen im Detail nicht im Stich.

"Ein derartiges Profil hat auch im Strafrecht seinen Platz", sagten sich vor einiger Zeit der Verlag C.H. Beck und die Herausgeber Professor Wolfgang Joecks (†) sowie Richter am BGH a.D. Dr. Klaus Miebach. Dies war die Geburtsstunde des Münchener Kommentars zum StGB, der nunmehr in vierter Auflage erscheint. Sechs Bände setzen sich mit dem StGB selbst auseinander, drei weitere mit den wichtigsten Strafnormen des Nebenstrafrechts. Das Autorenteam trägt der beschriebenen Zielsetzung des Münchener Kommentars Rechnung und setzt sich sowohl aus PraktikerInnen wie WissenschaftlerInnen zusammen.

Bei der Anfang 2022 erschienen vierten Auflage von Band 5 wirkt RH nicht nur als Bandredakteur mit , sondern kommentiert den Betrugstatbestand, den Straftatbestand des Erschleichens von Leistungen und zusammen mit seinem ehemaligen Mitarbeiter, Matthias Noll, auch den Computerbetrug. Ziel seiner Kommentierung ist es, sich einerseits nicht in der Kasuistik zu verlieren, sondern ein Gesamtkonzept vorzulegen, andererseits aber die Obersätze so plausibel zu machen, dass der Praxis in der täglichen Arbeit geholfen ist, selbst wenn der gesuchte Fall nicht kommentiert sein sollte.

An aktuellen Entwicklungen bei § 263 StGB spielt der Diesel-Komplex eine wichtige und dogmatisch komplizierte Rolle, Betrugstaten rund um Covid erscheinen demgegenüber überwiegend banal, Zeit für aufwendige und schwer zu überwiendende Kontrollsysteme existierte nicht.