07.12.2009


6 Monate später: Auch der u-asta mag den Kampf um die Exzellenz in der Lehre nicht

Pfingsten hatten wir erstmals auf den Wettbewerb zur Exzellenz in der Lehre hingewiesen und den Freiburger Beitrag kritisch hinterfragt. Schon sechs Monate später zieht der u-asta nach, bleibt aber leider auf halber Strecke stehen. Zutreffend wird das Grundübel in der abermaligen (wie in der Forschung im großen Stil) Verquickung von Wirtschaft und Hochschule gesehen, die vom Ausschreiber des Wettbewerbs, dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, betrieben wird. Auch werden zutreffende Zweifel an den Exzellenzinitiativen als solchen geäußert, eine hinreichende (wir möchten ergänzen: unaufgeregte) Ausfinanzierung der Hochschulen wird gefordert.

Dann schwächelt die Pressemitteilung des u-asta hingegen deutlich. So wird (kritisch) angemerkt, dass der Preis für ein Konzept vergeben worden sei, das man noch nicht umgesetzt habe. Ein genauerer Blick auf die einzelnen (sicherlich würde man sagen) Module lässt einem aber ohnehin Schweißperlen auf die Stirn treten und man ist geneigt zu sagen: Glücklicherweise ist das Konzept noch nicht umgesetzt, baut es doch entscheidend auf Freiräume der Studierenden und der Lehrenden, die zu gewährleisten seien.

Wenn man jetzt Freiräume der Studierenden als Exzellenzlehrprogramme verkaufen muss, bedarf es einer wesentlich grundlegenderen Kritik, die ja auch teilweise Gegenstand der derzeitigen Studierendenproteste ist. Und das Fellowship for Innovation in Learning and Teaching führt genau zu dem, was auch in der Forschung gang und gäbe ist: Nämlich der Verabschiedung zahlreicher Wissenshaftlerinnen aus der Lehre (bzw. eben der Forschung), die mit Konzepten (mäßig begeistert) wiedereinsteigen werden, die die extrem niedrige Hürde des Niveaus von FILTS nicht überspringen. Bei den JuristInnen könnte ich mir Ideen wie die Nutzung von Zukunftstechnologien (Overhead und so) bzw. Kleingruppenarbeit vorstellen. Vielleicht sollte das einmal evaluiert werden. Ich jedenfalls gratuliere zu dem Exzellenzlehrkonzept der Universität Freiburg - anders als der u-asta - nicht.

Insoweit sehe ich auch den in der Pressemitteilung thematisierten Konkurrenzdruck unter den Hochschulen nicht, weil ganz andere Handlungsmechanismen existieren als der Wunsch nach besserer Lehre, die nicht am Bedarf der Studierenden vorbeigeht.

Schließlich tappt der u-asta - wie auch bei den Studiengebühren - in die Falle, neben der Grundsatzkritik dann doch pragmatisch und konkret werden zu wollen: Was wäre denn, wenn die Finanzierung nachhaltig gesichert wäre und an die Förderung der Wissenschaft herankäme? Wäre dann alles in Butter?