Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg

Bandredaktion und Mitautorenschaft

Der Münchner Kommentar zum StGB

Den Münchener Kommentar kennt man in erster Linie aus dem Zivilrecht. Er hat sich hier seit langer Zeit einen festen (Spitzen-)Platz sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft erobert. Denn die Kommentierungen sind so verfasst, dass sie gut lesbar sind (bisweilen können sie auch wie ein Lehrbuch verwendet werden), sie gehen einem dogmatischen Streit nicht aus dem Wege und bekennen Farbe, sie lassen einen aber auch auf der Suche nach Lösungen im Detail nicht im Stich.

"Ein derartiges Profil hat auch im Strafrecht seinen Platz", sagten sich vor einiger Zeit der Verlag C.H. Beck und die Herausgeber Professor Wolfgang Joecks (†) sowie Richter am BGH a.D. Dr. Klaus Miebach. Dies war die Geburtsstunde des Münchener Kommentars zum StGB, der nunmehr in dritter Auflage erschienen ist und mittlerweile acht Bände umfasst. Fünf Bände setzen sich mit dem StGB selbst auseinander, drei weitere mit den wichtigsten Strafnormen des Nebenstrafrechts. Das Autorenteam trägt der beschriebenen Zielsetzung des Münchener Kommentars Rechnung und setzt sich sowohl aus PraktikerInnen wie WissenschaftlerInnen zusammen. Der besondere Reiz des Neuen liegt darin, keine bereits bestehende Kommentierung fortzuschreiben, sondern eben neue Akzente setzen zu können und dann auch diesen Schritt zu gehen.

Bei der dritten Auflage der Betrugskommentierung galt es neue Entwicklungen wie die interpersonale Wertfestsetzung, die Fortentwicklung des Quotenschadens oder den sog. Abgasskandal aufzunehmen und das bereits Geschriebene einer kritischen Revision zu unterziehen. RH betreut Band 5 zusammen mit Olaf Hohman als Bandredakteur und kommentiert neben dem Betrugstatbestand auch den § 265a, der das sog. Schwarzfahren umfassen soll (nicht aber nach Ansicht von RH). Ziel seiner Kommentierung ist es, sich einerseits nicht in der Kasuistik zu verlieren, sondern ein Gesamtkonzept vorzulegen, andererseits aber die Obersätze so plausibel zu machen, dass der Praxis in der täglichen Arbeit geholfen ist, selbst wenn der gesuchte Fall nicht kommentiert sein sollte.

Da Band 5 mittlerweile aus sämtlichen Nähten platzt, werden wir ihn für die 2021 anstehende 4. Auflage in zwei Bände teilen. RH und sein Team sind bereits dabei, sich ein weiteres Mal Gedanken zu machen, was neben der durchgängigen Aktualisierung an neuen Akzenten zu setzen sein wird. Da auch AutorInnen unter den bekannten Trägheitseffekten leiden: Schreiben Sie uns, wenn Ihnen etwas an der Betrugskommentierng oder derjenigen zum Erschleichen von Leistungen miss- oder jedenfalls auffiel.