20.03.2026


Einfach mal den Kopf freikriegen, ist das sofort, unverzüglich

Die legendäre Pressekonferenz mit Günter Schabowski, dem Sprecher des Politbüros der SED, vom 9. November 1989 zeigte diesen leicht konfus. Auf die Frage, ab wann denn die neuen Reiseerleichterungen des Zentralkomitees gelten würden, schaute er auf seinen Sprechzettel und verkündete in einer grammatikalisch nicht ganz ausgefeilten Form, die wir ihm aber natürlich verzeihen: „Das tritt nach meiner Kenntnis, ist das sofort, unverzüglich.“

https://www.youtube.com/watch?v=kZiAxgYY75Y [min. 4:00]

Und los ging es …

https://strafrecht-online.org/ndr-schabowski

Ganz zu Recht hat dieser Zettel, der zeitweilig verschollen war und erst 2015 wieder auftauchte, seinen Platz im Haus der Geschichte in Bonn gefunden. Nun wissen wir übrigens auch, von wem das Museum dieses historische Dokument erwarb. Die Presse habe einen Anspruch auf Transparenz.

https://strafrecht-online.org/spon-schabowski

Gerüchteweise soll Walter Momper, damaliger Regierender Bürgermeister von West-Berlin, am 9. November noch relativ entspannt ein wenig Tennis gespielt haben, bevor es auch für ihn auf die Piste ging. Seriöse Quellen finden sich hierfür freilich nicht. Womit wir bei den sportlichen Betätigungen von Kai Wegner und seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, und den Stichworten Seriosität und Transparenz angelangt wären. Denn was der aktuelle Regierende Bürgermeister am 3. Januar so machte, als Berlin mit dem größten Stromausfall der Stadtgeschichte und Zehntausenden von leidenden Berliner:innen zu kämpfen hatte, kam ein wenig schleppend und erst nach investigativem Nachhaken zutage. Er spielte nämlich (auch) ein wenig Tennis, um den Kopf freizukriegen. Zunächst hatte er noch verkündet, er habe sich „zu Hause in seinem Büro eingeschlossen, im wahrsten Sinne“, was wir allerdings nicht so recht kapieren. Möglicherweise hatte er Sorge, die wiedergekehrten Linksterroristen (s. auch unten „Märchen aus dem Zahlenwald II“) hätten sich nicht nur am Stromnetz, sondern auch an ihm als der energetischen Schaltzentrale schlechthin vergreifen wollen.

https://strafrecht-online.org/ts-wegner-stromausfall

https://strafrecht-online.org/spon-wegner-tennis

Diese kleine Kurzschlussreaktion können wir also ganz gut nachvollziehen, und wir verweisen vergleichsweise zufrieden darauf, dass Tennis irgendwie schon ganz gut zum Stromausfall im Südwesten von Berlin – Zehlendorf, Wannsee, Nikolassee – passte.

Außerdem soll Kai Wegner auch während des Tennismatches durchgehend erreichbar gewesen sein, zumindest bei den Seitenwechseln bzw. den Trinkpausen. Denn Trinken ist wichtig, auch bei Kälte, die aber für ihn gar nicht behauptet wird. Schließlich und zu guter Letzt: Kai Wegner hat nach seinem Realschulabschluss gedient, das möchten wir an dieser Stelle einmal hervorheben, und außerdem eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann erfolgreich abgeschlossen. Aber mit dieser Expertise hätte er doch auch nur dumm in der Clayallee rumstehen können, am Ende wäre er noch für die kalten Wohnungen verantwortlich gemacht worden.

Und so rufen wir aus: Alles richtig gemacht. Die Gummistiefel von Gerhard Schröder sind schließlich auch nicht im Haus der Geschichte gelandet. Und wer will überhaupt mit ihm heute noch etwas zu tun haben?

https://sz.de/1.6329227 [kostenfrei über UB]


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