### **Tags**
Tötungsdelikte; Verletzungsdelikte; Mord; Totschlag; Körperverletzung; Konkurrenzen
### **Problemaufriss**
Nach der heute allgemein anerkannten Einheitstheorie ist eine Körperverletzung objektiv und subjektiv in jeder Tötung im Sinne eines notwendigen Durchgangsstadiums enthalten. Dabei tritt die Körperverletzung als subsidiär zurück. (BGHSt 16, 132; Fischer/<em>Fischer</em>, 73. Aufl. 2026, § 211 Rn. 107; *Wessels/Hettinger/Engländer* BT I, 48. Aufl. 2025, Rn. 294; Rengier StrafR BT II, 26. Aufl. 2025, § 21 Rn. 3)
Zu diesem allgemeinen Grundsatz gibt es aber auch Ausnahmen:
### **Problembehandlung**
<strong>I. Konkurrenzen zu Totschlag durch Unterlassen (§§ [212](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__212.html), [13](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__13.html))</strong>
Idealkonkurrenz besteht zwischen einem Totschlag durch Unterlassen §§ <strong>[212](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__212.html), [13](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__13.html)</strong> und einer Körperverletzung mit Todesfolge gem. **[§ 227](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__227.html)** (BGH NStZ 2000, 29).
<strong>II. Konkurrenzen bei Körperverletzung mit Todesfolge ([§ 227](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__227.html))</strong>
1. <strong>[§ 227](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__227.html)</strong> geht der fahrlässigen Tötung gem<strong>.</strong> **[§ 222](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__222.html)** als lex specialis vor (BGHSt 8, 54; *Wessels/Hettinger/Engländer* BT I, Rn. 275).
2. <strong>[§ 227](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__227.html)</strong> wird durch §§ <strong>[212](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__212.html)</strong>, **[211](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__211.html)** im Rahmen der Spezialität verdrängt (MüKoStGB/<em>Hardtung</em>, 5. Aufl. 2025, § 227 Rn. 28) bzw. wenn bei der Verwirklichung des § 223 Eventualvorsatz hinsichtlich der Todesfolge vorliegt, wird § 227 durch §§ 212, 211 verdrängt (<em>Wessels/Hettinger/Engländer</em> BT I, Rn. 275).
**III. Konkurrenzen zu versuchten Tötungsdelikten**
Zwischen einem versuchten Tötungsdelikt und einer vollendeten Körperverletzung besteht Idealkonkurrenz (BGHSt 44, 196). Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass das Opfer durch den Tötungsversuch immerhin verletzt wurde (und nicht etwa völlig verfehlt wurde). Eine Verurteilung lediglich wegen eines versuchten Tötungsdelikts würde den Unrechtsgehalt der Tat nicht hinreichend zum Ausdruck bringen, wenn das Opfer bei der Tat verletzt wird. (BGHSt 44, 196; Fischer/<em>Fischer</em>, § 211 Rn. 107)
**IV. Konkurrenzen zu Fahrlässigkeitsdelikten**
Eine vorsätzliche Körperverletzung und eine fahrlässige Tötung gem. [§ 222](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__222.html) stehen in Tateinheit zueinander, sofern nicht [§ 227](https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__227.html) einschlägig ist (BGH NJW 1995, 3194; BeckOK StGB/<em>Eschelbach</em>. 68. Edition, Stand: 01.02.2026, § 223 Rn. 52).
**V. Konkurrenzen bei Vorsatzentwicklung**
Tateinheit ist auch dann gegeben, wenn der Täter bei natürlicher Handlungseinheit erst den einen und dann den anderen Vorsatz hat (BGHSt 35, 306; Fischer/<em>Fischer</em>, § 211 Rn. 107).